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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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die Nacht ward wieder so lang, so lang. Da hörte ich denFlügelschlag einer Taube durch die Luft, und ich rief abermalsmit großer Sehnsucht: Hüter, ist die Nacht schier hin? Es flogaber ein Täublein über meinem Haupte, das rief zu mir: LegeFlügel der Liebe an und folge mir nach, deine Seele findet nicht,da sie ruhe auf i>er Sündfluth; siehe, der himmlische Noahstreckt seine Hand aus der gestirnten Arche, aus der du auSge-slogen, um dich wieder hineinzunehmen; aber achte, daß deinGefieder rein sei. Da sah ich den Himmel voll Sterne, ausdem blickten die Hände, die Füße und die Seite des Herrn, unddie heiligen fünf Wunden leuchteten wie Rubin und blutetenhernieder, und die Taube flog ihnen zu. Ich aber hatte Flügel,And breitete sie aus und wollte sie schwingen, aber sie warenschwer und unrein; ich rief aber: O, Herr, nur einen Tropfendeines Blutes auf meine Flügel, und sie werden gercinigct sein,und es floß nieder zu ihnen, da waren sie rein, und ich schwangsie freudig, aber du lagst in meinem Schooße, da wollte ich dichküssen und Abschied nehmen von dir, da schlangst du die Händeum mich und wolltest mich nicht lassen, und deine Worteerweckten mich von dem seligen Traume."

So erzählte mir die kranke Mutter, was ihr geträumt, undich hörte ihr mit noch größerer Aufmerksamkeit zu, als wenn siemir sonst eine Geschichte erzählte. Da sie geendet hatte, sagteich zu ihr:Mutter, das war sehr schön, aber schlafe wiederein, und wenn die Taube wieder kömmt, so bitte sie, daß ichauch mitfliegen darf, ich will auch recht beten; der mir dasKräutlcin gegeben und die Truhe geöffnet, der wird mir auchgewiß Flügel geben, daß ich mit dir fliegen kann."Das wirder gewiß, liebes Elslein, so es dir gut ist," sagte die Mutter;aber wenn ich wieder einschliefe und das Täublein käme wieder,und ich flöge mit ihm fort, so würdest du gewiß gern zurück-bleiben bei deinem Vater, daß er nicht allein sei, so ich dichdarum bitten würde." Da sagte ich zu ihr:Ja, das will ich,