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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
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entfallen war, und legte es ihr wieder in die Hände mit denWorten:Herzmutter, da ist der liebe Heiland." Da küßtesie das Kreuz wieder, und sagte dann:Elslein, ich war alleinauf einem Kahn auf einem großen Wasser, eine lange, langeNacht, kein Stern am Himmel, und sehnte mich nach dem Tag;endlich sah ich ein Sternlein, das zog leise über das Wasser,wie ein Wächter durch die Flur, und da rief ich mit aller Macht:Hüter, ist die Nacht schier hin? und der Stern antwortete:Wenn der Morgen schon kömmt, so wird es doch Nacht sein;wenn du schon fragest, so wirst du doch wieder kommen undWieder fragen. Da kam es gegen mich über die Wogen geschritten,und ich sah, daß es eine einsame Gestalt war. Da rief ich: Werda? und es antwortete: Gut Freund. Ach! da ward mein Herzso freudenvoll und ich gedachte: Sollte es Wohl mein Jesus sein?Da sprach er: Sei getrost, ich bin's, fürchte dich nicht, und ichsprach: Herr, bist du es, so heiße mich zu dir kommen aufdem Wasser. Da winkte er mir, und ich trat aus dem Kahnauf das Wasser, konnte aber den Herrn nicht erreichen, der vormir herschwebte wie eine Wolke oder ein Schatten, und wenn ichso recht muthig und begierig auf ihn zuging und recht glaubte,daß er es gewiß sei, daß er sich meiner erbarmen werde undeinen Eliaswagen vorn Himmel rufen, mich zu sich Hineinsetzenund zu dem himmlischen Paradiese fahren werde, ach! da warer mir so nah, so nah, daß ich schon das Wehen der Seligkeitfühlte; dann kam aber plötzlich eine Welle und erhob sich einWind, und ich verzagte und glaubte zu versinken auf dem Wasser,und wie meine Sorge wuchs, schwand das Bild des Herrn vormir in die Ferne; ja, es ward wieder zu dem einsamen Sterne,den ich zuerst gesehen, und auch der verschwand. Da war ichgauz allein auf dem Wasser, und der Kahn trieb zu mir her, dasah ich dich darauf sitzen und nach mir weinen, und ich wandeltemit Mühe zu dir hin, und saß bei dir im Kahn und herztedich, und du entschliefst in meinem Arm. Ich aber wachte, und