mein krankes Haupt in den Schooß dessen, der gesagt hat:
„„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet,"" „undich habe das Vertrauen, er wird mich mit vollem Troste vondir scheiden lassen, so gehe dann hin und bringe mir den
letzten Trost." Da küßte sie der Vater und ging fort.
Ich aber redete leise zu Füßen des Bettes: „Mutter, darfich zu dir kommen?" Da sagte sie: „Ja, lieb Elslein, doch steheerst auf und bringe mir das kleine Kreuz aus meiner Truhe,
mich verlangt sehr darnach." Geschwind eilte ich au die Truhe,doch der Deckel war so schwer, daß ich ihn nicht erheben konnte,das klagte ich der Mutter, die sagte: „Elslein bete, der dirdas Kraut gebracht, das mich so erquickte, wird dir auch helfen,die Truhe zu eröffnen, so du ihm vertrauest." Da fiel ich vor
der Truhe auf die Knie und betete: Jesus möge mir die Truhe
eröffnen, und Gott erbarmte sich meiner, ich öffnete die Truhemit kleiner Mühe, und brachte der Mutter das kleine Kreuz. Esist dasselbe, welches noch in Polsnich an meinem Bette hängt,und unsere Truhe zu Haus ist auch dieselbe Truhe. Die Mutternahm das Kreuz in ihre gefalteten Hände und küßte es, und
drückte es an ihr Herz, und ich legte mich zu ihr auf das
Hanptkissen und drückte meine Wange an die ihrige. Sie sprachnicht, sie flüsterte betend, und so entschlief ich; bald aber wecktenmich laute Worte von ihr, und ich hörte sie sagen: „Hüter, istdie Nacht schier hin? Wer da? Gut Freund! Sei getrost! Ichbiu's! Fürchte dich nicht! Herr, bist du es, so heiße mich zudir kommen auf dem Wasser." Und nach diesen Worten bewegtesie sich mühsam im Traum. Ich verstand sie nicht, und wecktesie mit Küssen: „Lieb Mutter, was verlangt dein Herz?" Daschlug sie die Augen anf und sagte: „O, mein Jesus, ich binnoch nicht bei dir! Elslein, mein Kind, sage, hast du den liebenHeiland gesehen, wo ist er hingegangen?" Ich verstand sie nicht,und suchte ihr das Krenzlein in dem Bette, das ihren Händen
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