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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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für die kranke Mutter mit, und versprach, sie selbst morgenzu besuchen. Ihr Söhnlein aber, das nicht zugegen war, alsich aus der Laurenbnrg ging, kam mir bis zum Wasser nachge-laufen und gab mir einen ganzen Rosmarinstock, den er ausseinem Gärtlein ausgerissen, und sprach:Du Kleine, das stell'an deiner Mutter Bett, das ist ein guter Ruch, wenn man siechist. Elslein, komm wieder." Da gab er mir die Hand, undwir schieden.

Als wir auf Hirzentreu ankamen, trug mich mein Vateran der Mutter Bette, die umarmte mich und sagte:Els,ich habe den ganzen Tag nicht leben und nicht sterben gekonntaus Sorge, daß du verloren seist, Gott aber hat mich wunderbargetröstet durch daS, was geschehen, und hat mir dein Vatervon dem Kraut einen Trank gekocht, der hat mich wunderbar

erquickt." Da gab ich dem Vater den Rosmarinstock, der

pflanzte ihn in einen schönen neuen Krug neben der MutterLagerstätte, und nun nahm der Diener Abschied, nachdem er-den Wein und die Würzküchlein dem Vater gegeben.

Es war darüber Abend geworden, mein Vater gab derMutter noch von dem Wein und der Würze, und sie fand sichso gestärkt, daß sie das Abendlied mit dem Vater mit großerAndacht leise mitsang, worüber ich zu ihren Füßen auf ihremLager entschlief. Gegen Morgen aber weckte mich der Vater,und sagte mir mit Weinen:Wach auf, lieb Elslein, und

schau nach der Mutter, und gib ihr, was sie verlangt, sie istgar krank, und ich will nach Kloster Arnstein laufen um die letzteheilige Wegzehrung für sie. Halte dich still, so sie schläft, undbete still, und so sie es verlangt, reiche ihr zu trinken, auchschaue nach dem brennenden Kienspan im Kamin, daß keinUnglück entsteht." Dann trat er zur Mutter, trocknete ihr dasAntlitz und sprach:Gott erhalte dich, liebe Agnes, zu christ-lichem Geleite, ich gehe nach Kloster Arnstein; o wie ist dir,liebe Agnes?" Da sagte die Mutter:Ich lege wie ein Kind