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das niederrinnende Blut meinen guten Vater, er trat zu demleidenden Thiere, zog ihm den Bolz aus dem Auge, und wuschihm die Wunde mit Wasser aus, welches alles der Hirsch ruhiggeschehen ließ. Als aber mein Vater die erschreckte Jungfraunach Kloster Arnstein begleitete, lief ihnen der Hirsch durch denganzen Wald nach, was sie Beide sehr rührte und ihremGespräche eine größere Vertraulichkeit gab. Vor Kloster Arnsteinreichten sie sich die Hände, und trennten sich mit der gegenseitigenVersicherung, mit einander in christlicher Ehe zu leben.
Nun machte sich mein Vater von seinen herrschaftlichenDiensten los, baute mit Erlaubniß der Klosterherren diese Hütte,und führte meine Mutter Agnes, als seine liebe Hausfrau,hinein Der gute Hirsch war durch die Hilfe, die ihm meinVater geleistet, so mild und zahm geworden, daß er ihm immerzur Seite war, wenn er hier an seiner Hütte mit der Mutterbaute. Mein Vater pflegte dabei immer des Hirsches krankesAuge, welches bald ausheilte, aber blind wurde. Hernach, alsmeine Eltern hier wohnten, hielt sich der Hirsch immer freundlichzu ihnen, und ich weiß noch recht wohl, daß er, wenn wir aßen,den Kopf hier zum Fenster hereinstcckte, und ich als ein Kindihm Brod gab. Einstens aber hörte mein Vater ihn in derNacht heftig schreien, da stand er mit der Mutter auf und siegingen hinaus, zu sehen was dem guten Thiere fehlte. Er waraber im Kampfe mit anderen Hirschen, welche ihm seines blindenAuges wegen überlegen waren, so heftig verwundet, daß er mitanbrechendem Tage zu den Füßen meiner Eltern starb. Wirweinten um ihn, wie um einen treuen und dankbaren Freund,und hat ihn mein Vater unter demselben Baume, wo er ihngeschossen, begraben, sein Geweih aber in den Baum so befestigt,daß es, zu ewigem Gedächtniß in denselben verwachsen, noch zusehen ist, und hat mein Vater diese Hütte wegen des treuenHirschen Hirzentreu genannt.
Meine gute Mutter ist auch bald gestorben, und ich war