Haselnußblättern bedeckt, und sammelte mit ängstlichem Fleiße dieschönsten Brombeeren und Himbeeren und was sonst an wohl-schmeckenden Träublcin zu reichlicher Lese sich darbot. Zwischender Arbeit schaute ich oft nach ihr, sah auch mit Freude, wie derAnblick der Gegend ihr Antlitz zu erheitern schien, und als ichmeine Erndte ihr darbot, lächelte sie freundlich, strich mir mit derHand über die Stirne und sagte: „Schönen Dank, Johannes,du bist ein gutes Kind!"
Dann führte sie mich rechts dem Dickicht zu, wo wir nachwenigen Schritten vor einer kleinen verlassenen Hütte standen,der Epheu hatte frei die Wände umrankt, und selbst dieverschlossene Thüre mit seinem Gitter umzogen. Die Mutterhob mich an einem alten Wachholderbaum in die Höhe, der nebender Thüre stand, und ich mußte ihr aus einem Loch in demselbeneinen Schlüssel holen, mit welchem sie die Thür ausschloß, nach-dem ich ihr geholfen hatte, die Epheuranken behutsam, ohne siezu zerreißen, von der Thür abzulösen. Nun gingen wir durcheine kleine geräthlose Küche in eine viereckte Stube. Ich tratmit Scheu hinein, denn die wenigen Strahlen, welche durch dieverschlossenen Fensterladen fielen, zeigten mir allerlei große Bögetan den Wänden in unbestimmtem Lichte. Meine Mntter aberstieß sogleich einen Fensterladen auf, und da sah man nach Ver-ändern Seite des Lahnthales, wo das alte Laurenburger Schloßaus schwarzem Bergwalde hervorragte. An den Wänden derkleinen Stube sah ich auf eingemauerten Hirschgeweihen vielerleiausgestopfte Böget befestigt, und besonders eine Reihe alterFalken; außerdem lehnten und hingen mancherlei Jagdgeräthe,Armbrust, Speere, Netze und dergl. in schöner Ordnung umeinen einfachen Betschemel, der vor dem holzgeschnitzten heiligenHnbertusbilde stand. Da war St. Hubertus abgebildet, wie ervor einem Hirsche kniet, der ihm mit einem Kreuze zwischen denGeweihen auf der Jagd entgegen getreten, da ihm der Herr seinIV. 3