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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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Sie dankte und ging ruhig mit mir links dem Walde zu,einen andern Weg, als wir hergekommen waren. Sie hatte denKorb am rechten Arm und trug mich auf dem linken, ich sagteihr, daß ich nicht müde sei, und es ihr sauer werde, sie sollemich gehen lassen. Aber sie wollte mich nicht loslassen, und ichmerkte in ihr eine geheime Lust, mich zu tragen, und sie schloßmich manchmal fester mit dem Arm an ihre Brust, so daß ichden Schlag ihres Herzens fühlte. Da ward ich mir so rechtlebendig ihrer Liebe bewußt, und genoß ihrer Güte mit kindlicherFreude, denn sie Pflegte mich sonst nicht zu tragen, weil sie,wenn gleich groß und schlank, doch durch manche Sorge undNachtwache entkräftet war. Sie war zart und weiß mit langenblonden Haaren, und wie goldene Strahlen waren die Wimpernüber ihren reinen blauen Augen, die mich noch immer mit Friede,Liebe und Warnung anblicken. Ja, ihr liebes Angesicht war wieein durchsichtiges Fensterlein ihres Herzens, aus dem ihre Seelenut jeder innern Bewegung errathend und erbleichend zum Himmelschaute. Ihr Mund aber war ruhig und zart geschlossen, underregte eine züchtige Ehrfurcht. Ich sage dies hier, denn ichwerde nimmermehr vergessen, mit welcher Liebe ich damals ihredles Angesicht betrachtete, und wie gut und holdselig sie aussah,da sie mich so zärtlich durch die freie Luft über die grüne Wiesehintrug, und meine Hartem und ihre langen blonden Haare indem Winde durcheinander flogen, und die Lerche über uns, gegendie Sonne schwebend, lobsang. Da war mir unendlich wohl, undmeine Sehnsucht, sie nicht zu ermüden, ward so inbrünstig, daßich glaubend fühlte, ich ermüde sie nicht und, mit ihren Haarenspielend, zu ihr sagte:Liebe Mutter, bin ich nicht recht leicht,mir ist, als träume ich, ich flöge." Sie aber antwortete nicht,als mit einem zärtlichen Druck ihres Armes, und ich begannihr ihre Haare in Zöpfe zu flechten, daß ihr der spielende Windnicht beschwerlich fallen möge, und sie ließ es mit freundlichem