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klang das Glöcklein, und der fromme liebreiche Herr trat mitdem Ministranten zum Altar und laö uns die heilige Messeselbst mit großer Andacht. Da sagte mir meine Mutter insOhr, bete hübsch fromm, Johannes; der stehende alte Ritterist der alte Laurenburger, dein Großvater, bete hübsch für ihn.Nun hatte ich den Muth nicht mehr, nach dem Bilde zu schauen,und ward mir mein Großvater von damals au ein gar ernsterund sorglicher Gedanke, aber ich habe zum ersten Male gebetetmit einer recht innerlichen Herzensangst, wie früher nie, warumich aber so gebetet, kann ich mich nicht mehr deutlich entsinnen.
Da die Messe zu Ende war, fragte ich meine Mutterwieder nach dem steinernen Bilde mit den Worten: „Mutter,was macht denn der alte Laurenburger da?" Aber sie antwortetenicht, und sah mit nassen Augen den knienden Ritter an, demich das Kränzlein aufgesetzet. Als ich sie nochmals fragte, sagtesie: „Der alte Laurenburger thut, was ich dir gestern Abendthat, da ich dich im Bette mit dem heiligen Kreuze bezeichnete."Da fragte ich sie weiter: „Will denn der alte Laurenburger auchschlafen gehn?" Und sie sprach: „Ja, er will schlafen gehn indie ewige Ruhe." Ich aber fragte weiter: „Will denn der kniendeRitter auch schlafen gehn?" Da sprach sie: „Ach, Gott gebeihm ein seliges Erwachen, so er schon schläft!" und ward wiedersehr traurig, und hob mich hinauf an dem Bilde mit den Worten:„Küsse den Knienden, habe ihn recht lieb, eS ist dein guterVater!" Da küßte ich ihn herzlich und setzte ihm das Kränzleinzurecht auf seinem Haupte, wollte ihn auch nicht lassen. MeineMutter aber behielt mich auf dein Arm, und trug mich aus derKirche hinaus, und hätte sie schier auch ihren Korb vergessen,der noch bei dem Bruder Snlpizius stand. Der aber kam unsnachgelaufen und brachte den Korb, da war ein schönes weißesKlosterbrod drinnen und ein Krüglcin voll Weines, das schenkteuns der Herr Abt.