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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
Seite
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Garn gebet unten im Kloster dem Bruder Sulpizins, daß erChorhemden daraus mache, denn Eure Linnen sind gar fein."Da nahm die Mutter die Linnen, und gaben wir sie unten demBruder Schneider, der hielt aber der Mutter den Korb zurück,bis wir aus der Kirche kamen.

In der Kirche gingen wir zur Linken in eine Kapelle, dastand auf dem Altare St. Jörgen Bild, wie er den Drachendurchbohret; den Altar haben die Ritter von der Laurenburggestiftet, und viele Gaben zu dem Kloster gethan, haben auchihr Begräbniß in dieser Kapelle, wie ich nachmals erfahren.Znr Rechten des Altares kniete ich mit meiner Mutter niederbei einem steinernen Bilde, das in die Wand gemauert war.Dieses stellte aber einen alten Ritter vor, der hatte ein langesgeistliches Gewand an, und legte einem jungen Ritter, der vorihm kniete, die Hände auf das Haupt. Meine Mutter sah oftund mit recht innerlicher Bewegung nach dem knienden Ritter.Ich betrachtete ihn auch, und empfand eine große Freude anihm, hätte ihm auch gern etwas Liebes gethan, und setzte ihmdrum einen grünen Kranz auf sein steinern Haupt, den ich mirim Walde geflochten und noch spielend in der Hand trug. Dameine Mutter dies sah, fuhr es wie ein Blitz durch ihreAugen, nnd umarmte sie mich heftig in der Kirche; aber ihreWangen wurden schamroth und ihre Augen voll Thränen, daließ sie mich los, und senkte das Haupt auf den Betstuhl. Ichempfand große Bangigkeit um ihre rührende Geberde. Da tratein Ordensbruder aus der Sakristei mit einer schönen buntenWachskerze, die zündete er an der ewigen Lampe an, nahtedann unserem Betstuhl und reichte sie meiner Mutter nnd mirzu küssen, und als wir dies gethan, steckte er sie auf St. JörgenLeuchter, der neben St. Jörgen Altar stand, nnd gestaltet warwie eine Lanze, die durch einen Lindwurm gestochen ist. Daswar die Opferkerze, die uns der Herr Abt versprochen. Nun