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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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legte es um über meinen neuen Staat, und faßte es fest mitden Händen um die Brust, als wollte ich es um Verzeihungbitten, und ging mit dem Gedanken die Treppe hinab in denGarten: wenn ich ein armer fahrender Schüler gewesen bin, sowerde ich immer ein armer fahrender Schüler bleiben, denn aufErden sind wir Alle arm und müssen mannigfach mit unseremLeben hcrnmwandeln, und lernen, und bleiben doch arme Schüler,bis der Herr sich unser erbarmet und uns einführt durch seinenbittern Tod in das ewige Leben.

Da ich nun in den Garten gekommen war, den ich vorherauch noch nicht gesehen, denn mein gnädiger Herr und Ritterwar den Abend spät mit mir angekommen, und ich im Finsternin mein Stüblein gebracht worden, konnte ich vor Schauen undBetrachten der neuen Dinge um mich her auch nicht zum Gebetekommen. Ich fand mich von den schönen Laubgängen, Zierfel-dern, und Pflanzen und den blühenden Bäumen schier ebensosehr überraschet, als von meinem neuen Gewände. Ich fand michgleich einem neugeborenen Kinde, welches mit Allem spielet, undnoch nicht beten kann, und erst nach einiger Erfahrung in derSüßigkeit des Lebens seine Hände zum Danke falten lernt. Derblühende Mai, das lustige Singen der Vogel, die vielen jungenKräuter und Blümlein, die mit Thaublicken vor der Sonneerwachten, der kühle Wasserstrahl, welcher in einem mit buntenKieseln und Muscheln ausgelegten Brunnen tanzte, schienen miralle so neu und wunderbar, als hätte ich dergleichen niemalsgesehen, und wußte ich auch nicht, was aus allem diesemwerden sollte.

So wie die lieben Kinder durch die Blumen gehen, und- siebrechen und Kränze winden, und sich bei den Händen fassen undmit den Kränzen im Kreise tanzen, gleichsam selbst ein lebendigerBlumenkranz; wie sie aber nicht gedenken der Frucht im trei-benden Sommer und der Erndte im reichen Herbst, und des