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4 (1862) Der kleinen Schriften erster Theil
Entstehung
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Winter in ferne wärmere Länder ziehet, und der Heimath getreu,gegen den Frühling wiederkehrt. Also nicht der Mensch, derarme fahrende Schüler, der wohl viel gegen Sturm und Wetterziehen muß, ja, der oft kein Feuer findet, die erstarrten Händezu erwärmen, daß er sie falte zum Gebet; aber so er es ernstlichmeinet, haucht er hinein.

Da ich in solchen Betrachtungen versunken war, und dasSchwälblein auch auf seine Weise fortphantasirte, wäre ich schierwieder eingeschlummert, aber der Wächter auf dem Münsterbließ:In süßen Freuden geht die Zeit," welches ich hier nochnie gehöret, denn ich war zum ersten Male in Straßburg erwacht.

Nun richtete ich mich in meinem Bettlein auf, und schautein meinem Gemache umher, das hatte aber Fenster rings herumund war in einem Scmmerhänslein des Gartens. Links standder Mond noch blaß am Himmel, und rechts war der Himmelwie das lauterste Gold. Da fand ich mich zwischen Nacht undTag, und faltete die Hände, und es fiel mir freudig aufsHerz, daß heute mein zwanzigster Geburtstag sei, und wie mires viel besser geworden, als in dem letzten Jahre, da ichmeinen lieben Geburtstag auf freiem Felde in einem zerrissenenMäntelein empfangen und mit einem Bissen Almosenbrod bewirthenmußte. O, Freude und Ehre! dachte ich bei mir selbst, undschaute zum Morgenlichte hin, und sprach:Du bist mein Licht,du wirst mein Tag;" glaubte auch schier in meiner Einfalt, derHimmel sei golden um meines Besten willen, die Schwalbe habenur gesungen, mir Glück zu wünschen, und der Thürmcr habeallein so lieblich geblasen, mir zur Feier; da der Himmel sichdoch nur geröthet vor der Sonne, die der Herr gerufen; da dieSchwalbe doch nur gesungen in Gottes Frühlingslust, und derWächter nur geblasen zu Gottes Ehren, ja wohl gern noch einStündlein geschlafen hätte, so es ihm von den Münstcrherrenverstattet wäre. Also wird der Mensch leicht übermüthig in