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Wie das Zusammentreffen so vieler außerordentlicher Erschei-nungen und Entdeckungen das Zeitalter Raffaels zu einem dermerkwürdigsten machen, welches die Geschichte kennt, so nimmtauch ans dem Gebiete des Geistes jener Zeit die Vielseitigkeit un-sere Aufmerksamkeit in Anspruch, welcher wir so oft begegnen.Diese Universalität zeigt sich am meisten bei den Künstlern jenerPeriode, welche Gelehrte und Künstler, Maler und Bildhauer,Baumeister und Dichter, alles zugleich waren. Von Leonardo daVinci und von Michel Angolo ist diese Vielseitigkeit bekannt; beiRaffael aber hat der Ruhm seiner Bilder jeden anderen zurück-gedrängt. Raffael war aber auch Baumeister und ein so großerund glücklicher, daß Bramante in seinem Testamente den Wunschausdrückte, man möchte Raffael die Ausführung der Peterskirchenach seinem Tode übertragen. Es geschah dieses in der That,nachdem der Papst sich vorher von Raffaels Tüchtigkeit auch in die-sem Fache überzeugt hatte. Cälius Calcagnini, päpstlicher Sekre-tair, sagt in einem Briefe von Raffael, ehe er noch den Gipfelseines Ruhmes erstiegen hatte, „er sei ein junger Mann, von dergrößten Güte und von bewundernswerthem Geiste, er sei vielleichtder erste aller Maler, sowohl in Hinsicht auf Theorie als Praxis,und überdies ein Baumeister von seltenem Talente, der Dingeerfinde und vollende, welche die größten Geister für unmöglichhielten." Wie der Geist Raffaels auch in diesem Fache der Kunstauf das Schöne und das Großartige im Einfachen gerichtet ge-wesen sei, und wie viele Gebäude nach seinen Ideen entstandenund ausgeführt worden, kann anderswo nachgelesen werden Z.
i) Pcissavant I., S. 241.