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Raffaels Disputa
Entstehung
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schluß des Contraktes angezeigt. Ter junge, strebende Künstlerbegab sich nach Rom; nach einem Aufenthalte von zwei Jahrenkehrte er mit der Zeichnung zurück.Der Ruf dieser Zeichnung,"sagt vr. Schnaase,wurde durch den Eindruck, welchen dieselbe,als sie wirklich zu uns gelangte, gab, noch bei Weitem übertroffen.Alle, die sie sahen, wußten nicht Werke zu finden, um die Tiefedes Charakteransdruckes, die Schönheit der Wirkung und des Gan-zen zu schildern. Sie waren einverstanden, daß erst hier der groß-artige Gedanke des Gemäldes sich ihnen ganz vollkommen entfalte,daß inan das Ganze wie ein erhabenes Gedicht von Gestalt zuGestalt darin lesen könne. Viele gestanden, erst hier zu erfahren,was Raffael'sche Kunst seiZ." Jetzt ist diese Zeichnung, nachdemder Stich vollendet, für die Summe von 3000 Thalern Eigen-thum des Königlichen Kupferstich-Cabinets zu Berlin geworden.

Unter den Gönnern und Förderern dieser Arbeit gab es auchsolche, die sich nicht zum katholischen Glauben bekannten; der ge-heime Ober-Tribunalrath und Kunstgeschichtschreiber vr. Schnaasezu Berlin äußert sich darüber also:

Betrachten wir das ganze Gemälde, so wird es auch uns,die wir nicht der katholischen Kirche angehören, zuerst nicht feind-lich, ja nicht einmal fremd erscheinen. Nur puritanische Einseitig-keit, die alle Darstellung des Heiligen zurückstößt, könnte es soungünstig benrtheilen. Vielmehr möchte es auch uns mehr alsSymbol der Offenbarungslehre, der Theologie des geistigen Le-bens erscheinen. Von jener schroffen Ansicht der ersten Zeiten nachder Reformation, welche sich unmittelbar an die ersten Jahrhunderteder Kirche anschließen zn müssen glaubte, sind wir zurückgekommen?)."

Corrcspondenz-Blatt des Kunstvercins für die Rheinlands und Westfalenzu Düsseldorf. Erster Jahrgang Nr. 4, Juni 1845.

-) A. a. O. S. 42.