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atmosphärische Einflüsse mehr stumpf und monoton geworden. Manerkennt dieses aus der Vergleichung mit anderen Stellen, in denenuns auch jetzt noch die Gegensätze der Farben, des Schattens unddes Lichtes, in prächtiger Wirkung entgegentreten. Es ist schmerz-lich, diese Dinge berichten zu müssen; es mußte aber geschehen,um die Grundlage zu gewinnen, das Verdienst des nachbildendenKünstlers in unserer Nähe, nach seinem vollen Umfange an's Lichtzu stellen. Erfreulich hingegen ist es, berichten zu können, daß mancheStellen des Originalgemäldes der Disputs gut, einige sogar vor-trefflich erhalten sind, daß dasselbe überhaupt weniger gelitten hat,als die Schule von Athen, und daß man es als ein günstigesGeschick wird preisen können, wenn die neueren Wandmalereiennach abgelaufenen viertehalb Jahrhunderten in solchem Zustandeder Erhaltung erscheinen.
Daß die Disputa ul krosco gemalt, wird meistens angenom-men; eine abweichende Ansicht verneint dies, und behauptet, dasBild sei a tomxsru gemalt. Zu der letzteren Ansicht bekennt sichauch der Künstler, dem wir unsere unvergleichliche Nachbildungverdanken. Obgleich derselbe das Wandgemälde Raffaels so langeund so gründlich betrachtet und studirt hat, als kaum ein Anderer,so hat er doch auf der ganzen Wandstäche, auch wicht einmal aufder untergeordnetsten Stelle eine Naht entdeckt. Daraus folgt, daßdas Bild unmöglich auf einer nach und nach eingesetzten feuchtenKalkmasse könne ausgeführt worden sein. Diese Wahrnehmung hatum so größeres Gewicht, da sie das Resultat absichtlicher Nach-forschung gewesen ist. Wir wenden uns jetzt zur Betrachtungunserer Nachbildung der Disputa.
Der Kupferstich verhält sich zu dem Originalbilde beinahe ganzso, wie die Uebersetzung zu ihrer Urschrift. Die Aufgabe des Ueber-setzers ist indessen weit leichter als die des Kupferstechers; derStoff, worin der letztere arbeitet, ist nicht so biegsam als die Sprache;er muß auf den Schmuck und den Reiz der Farben, welche sichmit seiner Kunst nicht vertragen, verzichten; er muß das ursprünglicheWerk neu gestalten, um es auf engerem Raume wieder zu geben.