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Raffaels Disputa
Entstehung
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Himmel der Himmel enthalten, ist unaussprechlich, denn es stehtgeschrieben: tausendmal tausend dienen ihm, und zehntausendmalzehntausend stehen vor ihn: H; nicht als wenn durch diese Zahlalle bezeichnet würden, sondern weil der Prophet keine größereauszudrücken vermochte?)."

Wie nach dieser Stelle des Cyrillus von Jerusalem, so sitzetder Sohn auch nach dem s^mbolum üäei zur Rechten des Va-ters^). Daß Raffael von dieser Gruppirung abging, hat auchdarin seinen Grund, daß er dem weiblichen Geschlechte den Him-mel nicht verschließen durfte. Nun war es unter den Theologendes Mittelalters eine lebhafte Frage, wo im Himmel die heiligeJungfrau ihren Sitz habe. Mit Rücksicht aus die Stelle desPsalms 44, astitit ro^ina a ckextris tuls, gewann die Ansicht Bei-fall, die h. Jungfrau sitze zur Rechten des Heilandes H.

Jetzt noch macht die Disputa, nachdem Viertehalbhundert Jahreseit ihrer Entstehung verflossen, und verschiedene Ursachen au demunvergleichlichen Werke die Kraft der Zerstörung geübt haben,auf den Beschauer einen wundersam lieblichen und fesselnden Ein-druck, und es ist um so mehr zu begreifen, wie Julius II., vondem Zauber dieses Bildes in seiner ursprünglichen Schönheitergriffen und fortgeriffen, den Anblick der anderen Malereien injenen Räumen nicht mehr ertragen konnte und sie vertilgen ließ.Raffael hatte sich bei diesem Bilde des Goldes, nach Art derälteren Maler, in reichem Maße bedient; in der Glorie ist das-selbe durch Punkte von Gyps erhöht, damit die Wirkung derFarben durch das aufgetragene Gold verstärkt werde und derHimmel in vollem, überwältigendem Glanze strahle^)!

') Daniel 7, 10.

2) Cyrillus, catoedesls XV, 24.

H Ludet a<l dextram xatris.

4) S. meinen Aufsatz über die schwarzen Muttergottesbilder in dem Organfür christliche Kunst, Köln 1888, Nr. 10 und 11.

s) S. Platner a. a. O. S. 331.

Braun, Disputa.

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