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stellungsweise den Charakteren jener Personen entspricht, brauchtnur angedeutet zu werden.
Die ältere Weise stellte die Engel bekleidet dar; die späterenahm die griechischen geflügelten Genien in die christliche Kunstauf; jener, der älteren, Weise blieb Raffael bei den oberen beidenEngelsgruppen getreu; die neuere nahm er an zur Darstellungder vier Evangelienengel.
Das geschriebene Evangelium und das Evangelium des leben-digen Wortes, Christus in seiner Verklärung in der Eucharistieund im Himmel, das sind die Bande, welche die gläubige Welt,die Erde an den Himmel knüpfen, die auch beide Theile unseresBildes miteinander verbinden.
Neben dem Heilande erblicken wir links Johannes den Täufer,rechts die heilige Jungfrau. Gesetz, Gehorsam, Erwartung istder Charakter des alten; Gnade, Liebe, Erfüllung der Charakterdes neuen Bundes; Sehnsucht und Erfüllung das Band, welchesdas alte und neue Testament verbindet. Johannes nimmt die hoheStelle über allen anderen Heiligen ein, weil nach dem Ausspruchedes Heilandes unter Allen, die vom Weibe geboren, keiner größerwar, als Johannes der Täufer I; er ist der letzte der Prophetendes alten Testaments. Die Sehnsucht, welche durch die Genera-tionen des erwählten Volkes Gottes hindurchgezogen, welcher dieSeher des Alten Bundes immer stärkeren Ausdruck gegeben, diespricht sich in Johannes wie in keinem anderen Propheten aus;er zeigte, wie wir ihn hier dargestellt erblicken, mit der Hand aufdas Lamm?), den verheißenen Heiland hin.
Johannes erst in der Wüste predigt:
„Seht Gottes Lamm, das von Sünden erledigt."
Nun deutet er in den himmlischen Auen:
Dort sollt ihr den Herrn, den erlösenden schauen^).
1) Matth. 11, 11.
2) Joh. 1, 29. 30. Leos LANUS vöt!
3 ) Goethe.