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gelten tragen. Die drei ersten Evangelien sind zunächst für solcheChristen geschrieben, welche aus dem Judenth.um abstammten, dasEvangelium des Johannes nimmt einen höheren Standpunkt, esist das Evangelium des Geistes; es findet sich auf der linkenSeite des Bildes, ans der Seite des Paulus.
Der untere Theil des Bildes, obgleich als Bild abgeschlossen,zeigt dennoch eine Fortbewegung der Theologie und Kirche. DieKirche, die Theologie, ist ein Lebendiges; alles Lebendige aber ent-wickelt sich, setzt sich fort; es ist die Bestimmung der Kirche, alleVölker, alle kommenden Geschlechter in sich aufzunehmen, und insofern erneuert sie sich, pflanzt sie sich, immer alt und immer neu,fort; es treten immer neue Generationen in sie ein bis an's Endeder Tage. „Siehe, ein Volk, das du nicht kennst, wirst durufen, und Völker, die dich nicht kennen, werden zu dir eilen.Vom Aufgange her werde ich deine Nachkommen herbeiführen,und vom Niedergange werde ich sie versammeln. Der Mitternachtwerde ich sagen: gib sie her, und dem Süden werde ich befehlen,halte sie nicht zurück. Bringe meine Söhne von Fern her undmeine Töchter von der Gränze der Erde!Z"
Wir erblicken rechts (^) und links Jünglinge, welche vonWißbegierde durchdrungen sind; jener spannt seinen Geist an, umdie Wahrheit in dem geöffneten Buche zu erkennen, dieser, einenaturkräftige Gestalt, ist ohne positive Lehre, ohne Anweisung,ohne Buch höherer Erkenntniß, sich selbst überlassen und folgtnur dem Winke des Philosophen. Beide Jünglinge tragen diegleiche Kopfbedeckung; beide stellen die Kirche der Zukunft dar,verwirklichen die Verheißung des Propheten, dessen Worte wirvorher angeführt haben. Die Blicke beider Jünglinge sind frei,aber beide, gespannt, offenbaren ein lebendiges Streben nach derWahrheit; und wenn auch die Binde ihnen von den Augen ge-fallen, so ist sie vom Haupte noch nicht genommen, die ganze, volleWahrheit hat dieselbe noch nicht gesprengt. Rechts erblicken wir
, 1 ) JesaiaS 43, 6.