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Stadt ohne einen Befehl zu geben, ohne einen Soldaten zu seinerVerfügung zu haben. Ein niederer Mönch, machte er seine Feindezittern; selbst wenn sie eine Tiara oder eine Krone trugen^)!" Nachdem Tode Savonarola's änderte sich die öffentliche Meinung wie-der über ihn, in Rom selbst wurden Denkmünzen auf Savonarola,als einen Märtyrer, unter den Angen des Papstes verbreitet, unddreizehn Jahre nach seiner Hinrichtung erscheint Savonarola aufunserem Bilde, welches in den päpstlichen Zimmern mit Genehmi-gung des Papstes ausgeführt wurde! Platner, Passavant undGruyer erklären die Abneigung, welche Papst Julius II. gegenseinen Vorgänger überall an den Tag legte, als den einzigen Grund,warum Savonarola aus diesem Bilde erscheine. Es ist wahr, daßJulius II. Alles zu vertilgen suchte, was an Alexander VI. erin-nerte; man schlug ihm vor, die Zimmer zu bewohnen, in denenAlexander VI. geweilt hatte; Julius weigerte sich; um jede Spurnon Alexander VI. daraus zu vertilgen, wollte man den Kalk vonden Wänden abkratzen lassen; auch das genügte Julius II. nicht.
Auch innere Gründe sind vorhanden, warum man Savonarolaauf unserem Bilde eine Stelle einräumtc. Erstens mußte Julius II.,der selbst alles für die Unabhängigkeit Italiens gethan, eine Vor-liebe für Savonarola haben, der dieselbe Freiheit so laut verkün-det hatte; zweitens aber rügte und strafte Savonarola wie Dante,hinter dem er erscheint, die Mißbräuche in der Kirche. Auch ge-gen die falschen Richtungen der neueren Gelehrsamkeit und Wissen-schaft trat Savonarola in die Schranken; er geißelte die Ueber-treibungen der Platoniker, die Thorheiten der Kabbalisten, derenJünger anfingen, sich der einfachen Lehre des Evangeliums zuschämen, und statt derselben in unnatürlicher Vermischung das Lichtder neuen Wissenschaft von ihren Kanzeln leuchten ließen.
Es ist die Periode dieser Weisheit, zu deren Betrachtung wirjetzt übergehen.
I- I- Perrens Hieronymus Savonarola, eine von der franz. Akademiegekrönte Preisschrift, übersetzt von Schröder. Braunschweig, 1858. S. 506.