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Raffaels Disputa
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Dante, der größte Dichter des Mittelalters, und einer dergrößten Dichter aller Zeiten, erscheint mit dem Lorbeerkranze um'sHanpt hinter Jnnocenz III. (^) Nicht ein Tribut ist es, derdem dichterische» Genie Dante's dargebracht wird, weswegen wirDante hier erblicken, sondern seiner theologischen Bedeutung we-gen. Die Poesie ist nach Dante selbst die Brücke, welche von dersichtbaren zur unsichtbaren Welt führt, sie verbindet beide Welten,wie der Regenbogen Himmel und Erde. Die Poesie geht nachihm immer neben der Theologie her, ja, die Poesie ist selbst eineTheologie, die jedoch aus einer anderen Quelle schöpft, als dieeigentliche Theologie. Das große Gedicht Dante's, die vlvllm 6om-meckia, hat den Stoff von der Theologie entlehnt 1), und ein bekannterSpruch sagt von Dante, er sei nullius ckoZmatis ox^srs.

Mehr rückwärts von Dante erblicken wir einen Mann in Mönchs-kleidung (i6); Schmerz und Leiden haben auffallende Spuren inseinem Gesichte zurückgclassen. Es ist der kühne SittenpredigerGirolamo Savonarola, der als Heiliger und Prophet verehrt undals Ketzer zu Florenz verbrannt wurde. Er predigte mit der Kühn-heit und dem Freimnth eines gottgesandten Propheten gegen dasVerderbnis der Sitten seiner Zeit, allen Ständen mit gleichemMaaße messend, dem Volke und den Fürsten, der Geistlichkeit unddem Papste. Seine Strafreden mißfielen in Rom, wo Alexander VI.den päpstlichen Stuhl durch ein lasterhaftes Leben beschimpfte. EineUntersuchung wurde gegen ihn eingeleitet, die Excommnnicationüber ihn ausgesprochen, und die Strafe, aus dem Scheiterhaufenverbrannt zu werden, an ihm zu Florenz vollzogen (1498).DiePerson Savonarola's ging im Kampfe unter; allein er begrub sichunter den Trophäen seines Triumphes, und nie hat es einen herr-licheren und vollständigeren Triumph als den seineu gegeben. Erverwandelte ein lasterhaftes und durch den Luxus verweichlichtesVolk, in einen streng sittlichen und einfach lebenden Verein; andie Stelle der Tyrannei setzte er die volksthümlichste Staatsver-faffung, welche Florenz je gehabt hatte; er regierte diese großei) kllrxLt. III. 34 45. karsä. II. 43 48. kariw. IV. 124 132.