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Raffaels Disputa
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Heroen in der Periode der Blüthe der scholastischen Wissenschafterblicken wir nach dem Gesetze der Anordnung, welches Raffaelbefolgt, auf der entgegengesetzten Seite; es sind dieses Thomasvon Aquino (^) und Bonavcntura (^), jener der Aristoteles, dieserder Plato seiner Zeit.

Unter den großen Gestalten, welche im 13. Jahrhunderte her-vorragen, nimmt Thomas von Aquin eine der ersten Stellen ein.Er wurde aus dem gräflichen Geschlechte von Aquino, von derMutter mit den Hohenstaufen verwandt, zu Noccasicca 1224 ge-boren, studirte zu Köln unter Albertus Magnus, zu Paris unterAlexander von Hales und lehrte dann in mehreren Städten Ita-liens die Theologie. Sein philosophischer Scharfsinn, sein speku-latives Talent und der Reichthum seines genialen Geistes sichernihm einen Platz unter den ersten Selbstdenkern der Welt. Er er-hielt den Namen Engel der Schule; er starb 1274; aber sein Geistgeht als Gesetzgeber durch die späteren Jahrhunderte hindurch, undsein Einfluß hat sich vor Allem in dem großen Orden der Domi-nikaner bis heute in seiner jugendlichen Frische erhalten! Auf un-serem Bilde ist er in der Kleidung dieses Ordens dargestellt; erwurde den Kirchenlehrern zugezählt. Thomas ist mehr ruhiger,kalter, reflectirender Selbstdenker, er will mit Gründen überzeugen,nicht überreden, das Gefühl nicht erregen. Sein Blick ist nachAußen, der Blick Bonaventura's nach Innen gekehrt; Bonavcnturaräumt dem Gefühle mehr Recht ein, er ist der Vater der Mystik;Thomas will, daß die Ueberzeugung aus dem Kopf in's Herz,Bonavcntura, daß sie aus dem Herzen in den Kopf aufsteige.

Die Stelle Dante's in dem 10. Gesänge des Paradieses stelltden h. Thomas in dem Kranze von Gelehrten, welche Beatriceumschweben, an erster Stelle dar.

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