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Raffaels Disputa
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diese der höchsten Auszeichnung genießen und zu den Kirchenlehrernzählen.

Die syrische Kirche brachte einen Mann hervor, in welchem sichhohe dichterische und rednerische Begabung mit den größten aske-tischen Tugenden vereinte. Die Gesänge von hohem ächt lyri-schen Schwünge, überhaupt seine tiefe Geistespoesie, habenEphraim dem Syrer bei seinen Landsleuten den Ehrennamen:Zither des h. Geistes verschafft. In seinen dichterischen Er-zeugnissen wie in seinen Reden, in denen sich oft eine erschütterndeGewalt ausspricht, streitet er wider die Grübler, welche alleGeheimnisse erforschen oder begreifen wollen; in einer besonderenSchrift widerlegte er Eunomins, welcher den Sohn und den h.Geist für Geschöpfe ansah, er vertheidigte die Lehre der Eucharistiegegen die Grübler, und wenn er wegen seines dichterischen Geistesdie Zither des h. Geistes, so wurde er wegen seiner theologischenGelehrsamkeit, seinem religiösen Eifer der Prophet der Syrergenannt. Mit den seltensten Geistesgaben verband er die seltensteDemuth; erlebte und starb als Ascet, und einzelne seiner Schrif-ten erlangten die seltene Auszeichnung, neben den Schriften desEvangeliums in den kirchlichen Versammlungen öffentlich vorgelesenzu werden. Er wollte nach seinem Tode zurücktreten, wie er esim Leben gethan hatte, und ordnete an, daß man ihm weder eineGrabrede halten, noch ein besonderes Begräbnis; geben sollte. Jeweniger er seinen Ruhm suchte, desto allgemeiner wurde er ihmzu Theil. Diesen hochgefeierten Mann der Kirche, diesen beschei-denen Büßer, der sich weiter über den Reiz der irdischen Dingeals ein Turins Dentatus erhoben hatte, ist es, den wir inder bescheidenen Haltung und zurücktretenden Stellung und inder armseligen Mönchskleidung hier erblicken. Wie Ignatius vonAntiochien und Justin der Märtyrer die abendländische Kirchemit der morgenländischen verbinden, so ist Ephraim, der Prophetder syrischen Kirche, es, welcher diese der allgemeinen römischenTheologie und Kirche anschließt. Ephraim starb zu Edessa imJahre 378.