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Philosophen, den er trägt, Anspruch machen, als viele andere hoch-gefeierte Namen. Justin, um mit jenen Fragen in's Reine zukommen, welche jedes edlen Menschen Brust bewegen, suchte dieWahrheit in den Schulen der Philosophen; er ging zu den Stoikern,zu den Peripatetikern, Pythagoräern, Platonikern, aber alle dieseSchulen konnten ihm keine Gewißheit und auf diese Gewißheitgegründete Beruhigung gewähren. Was er hier vergeblich gesucht,fand Justin in der christlichen Religion. Zu einer Zeit, wo dieChristen dem Gesetze des Staates gegenüber als Verbrecher er-schienen, von den Großen und Gebildeten niit Hohn zurückgestoßen,von der blinden Wuth eines rasenden Pöbels verfolgt wurden, trater offen mit seiner Ueberzeugung hervor, und mit der Unerschrocken-heit eines Mannes, der den Tod nicht fürchtet, mit dem klarenund doch begeisterten Muthe eines Propheten des Alten Testa-mentes, trat er, sich auf die unveräußerlichen Rechte, die in jedesMenschen Brust ruhen, berufend, auf und vertheidigte die Rechteder Christen, die in Kerker und Banden seufzten und auf flam-menden Scheiterhaufen Zeugniß für ihren Glauben gaben und ihrZeugniß mit ihrem Heldentode besiegelten. Er forderte von denKaisern, an die er sich wandte, keine Gnade, er will ihnen nichtschmeicheln, er fordert Gerechtigkeit. Wenn die Christen an-geklagt werden, so fordert er Untersuchung der Wahrheit, werdendie Christen schuldig erfunden, dann soll man sie strafen, ja mansoll sie ärger als alle Anderen strafen. Wenn aber die Fürstentödten, ohne zu untersuchen, so thnn sie nichts Anderes, als wasauch die Räuber thun! Dieses ist der Geist des Mannes, deraus dem Bilde spricht, welches wir vor uns haben! Der Tod,den Justin nicht gescheut hatte, fand ihn; er wurde seiner Frei-müthigkeit wegen im Jahre 163 zu Rom hingerichtet, und wenn einCurtius unsterblich geworden, wegen der heldenmüthigen Art, inder er sich seinem Vaterlande als Opfer geweiht, indem er sich inden verhängnißvollen Schlund stürzte, so ist der Kranz der Un-sterblichkeit, der sich um das Haupt des Justinus windet, auchvom irdischen Standpunkte nicht minder blühend und glänzend,