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Dem h. Ambrosius zur Rechten, unmittelbar am Altar tritt dasBild eines begeisterten Mannes hervor (?), der einen langen Bartträgt und in einem weiten, auf dem Originalbilde blauen Mantelgekleidet ist. Der linke Arm, welcher vom Mantel verhüllt ist,ist mit Kraft in die Seite gestützt, der rechte, an dem der Aermelweit zurückgeschlagen, ist kühn zum Himmel erhoben; der begeisterteBlick ist nach Außen hingewandt. Platner, Passavant und Gruyerversichern, dieses Bild werde für den Petrus Lombardus, den Ma-xister sententiaruin gehalten! Nichts kann unwahrscheinlicher sein.Wie sollte denn Petrus Lombardus, der im zwölften Jahrhundertlebte, so nahe dem Altäre stehen, näher als Hieronymus, näherals Augustinus? Wie sollte Petrus Lombardus, der Bischof vonParis, im Mantel und mit einem langen Barte erscheinen? Wiesollte der ruhige, kalte, nicht sehr geistreiche und wenig begeisterteDenker Petrus Lombardus uns in einer begeisterten Stellung hiervorgeführt werden, welche vollkommen geeignet wäre, uns einBild von dem Apostel Paulus zu geben, wie er auf dem Areopagzu Athen vor den heidnischen Philosophen Christum verkündet?
Stellung, Mantel, Bart, Begeisterung, Alles erinnert uns hieran Justin, den Philosophen uttd Märtyrer.
Justin, zu Flavia Neapolis, dem alten Sichem, geboren, wareine der seltenen Naturen, welche vom Durste nach Wahrheit ge-trieben, der Wahrheit Alles, selbst ihr Leben zum Opfer bringen.Wenn nur derjenige ein ächter Philosoph ist, der den Widerspruchund den Jrrthum ärger haßt, als den Tod, wenn nur derjenigePhilosoph das Reich der Wahrheit erweitert, der dennoch denMuth hat, sich den Widerspruch und den Jrrthum zu gestehen,die Knoten nicht zu verkleistern, sondern aufzudecken und aufzu-lösen; so kann Justin mit größerem Rechte auf den Namen eines