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Luft entgegenzusetzen! Gelehrte und Dichter, Maler und Bildhauerströmten in Rom zusammen, um die Werke der Architektur anszn-schmückeu; die Tonkunst erfüllte Kirchen und Palläste Roms mit neuenHarmonieen. Die Sonne, welche über Athen unter Pcrikles, überRom unter Augustus geschienen, war über dein christlichen Romausgegangen. Mitten unter diesen schaffenden Jüngern der Kunstwandelte eine hohe, hagere Gestalt, mit langem Barte, ermunternd,treibend umher, es war Julius II., der mit höheren. Rechte einSohn der Sonne genannt wird, als die persischen Kaiser.
Der Vatikan, die Residenz der Päpste, sollte mit Werken derMalerkunst ansgeschmückt, ein Vorbild des tadellosen Luxus fürdie Palläste der Fürsten und Großen werden.
Ans dem Grabe des zweiten Nachfolgers des zweiten Juliussind die tiefsinnigen Worte eingegraben: cpmotnm rekeri, io g,motemporn vel Option euiusgiio virto^ inoitigt! Dieser Spruch, derhier einen tiefen Ernst enthält, hat eine glücklichere Wahrheit inBeziehung auf das Genie Raffaels gefunden. Fünf und zwanzigJahre war Raffael alt, als er (1508), mitten in schaffender Thä-tigkeit zu Florenz, vom Papste Julius den Ruf erhielt, nach Nomzu kommen, nach Rom, wo die Künste ihre größten Siege feierten,und wo ihm eine Thätigkeit angewiesen wurde, die seinen kühnstenWünschen entsprechen mußte.
Rom theilte mit Florenz die gleiche Tendenz auf die Antikeund das Ideal; der Uebergang Raffaels von der einen zu deranderen Stad't war mithin kein gewaltsamer, kühner Schritt; nichtswurde dabei übersprungen; die Ereignisse kamen Raffael entgegen,um ihn eine Stufe nach der anderen allmählig zum höchsten GipfelHinansteigen zu lassen.
Die Hauptstadt Toscana's hatte den künstlerischen GesichtskreisRaffaels erweitert, aber Eines konnte sie ihn: in dem Maße nichtgewähren, wie die Hauptstadt der alten Welt, den Anblick derAntike. So unermeßlich Vieles von den alten Kunstwerken allerArt durch Barbarei, Gewinnsucht, Bedürfnis; und durch die Zeitselbst war zerstört worden, so war immer noch Unermeßliches übrig