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Raffaels Disputa
Entstehung
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schreiben haben, sind es nur die Griechen'und ausschließend nur diese,denen es gelungen ist, das höchste in derselben zu erreichen, und wennsie auch bei den christlichen Völkern hinter den anderen Künsten alsdie seltenste von allen zurückblieb, so haben wir in dem Gesagten, wennnicht den alleinigen, doch einen Hauptgrund dieser Erscheinung.

Das Gefühl, welches durch das Erhabene geweckt wird, istnicht von Dauer, es ist mehr als jedes andere dem allgemeinenGesetze der Veränderlichkeit unterworfen. Das Erhabene steht unsgegenüber, es hebt uns über unsere eigene Sphäre empor; dasSchöne hingegen zieht uns mit sanften Banden zu sich heran, esverheißt und reizt uns, in seine unergründliche Tiefe uns zu ver-senken. In diesem süßen Gefühle sicherer, steter Annäherung, indieser stillen, ruhigen, tiefen, inneren Sehnsucht gefällt sich der Geist,ohne zu ermüden; aus diesem Charakter des Schönen, der nichtohne seine Beziehung auf's Unendliche gedacht werden kann, ent-springt die Unendlichkeit des Kunstwerkes, jene Eigenschaft, welchedas Kunstwerk zum klassischen macht. Klassisch aber ist das Un-erschöpfliche, Unergründliche, zu dem man von geheimnißvollenBanden hingezogen immer von Neuem zurückkehrt, ohne das Uner-schöpfliche zu erschöpfen und ohne das Unergründliche zu ergründen.Einem inneren Gesetze der Harmonie folgend, geht das Erhabenedem Schönen auch in der Geschichte voran. Das Colossale istder älteste Stil der Kunst überhaupt, in dem die Neigung aufdas Schreckliche und Erhabene geht; die Baukunst war erst cyclo-pisch bei den Aegyptiern, und zuletzt plastisch schön bei den Griechen.Den gleichen Gang geht die Dichtkunst. Das Riesenhafte der mythi-schen Poesie der Griechen, welches sie in ihrem Ursprünge offenbart,mildert sich, und aus dieser Milderung geht die Anmnth und Schön-heit hervor. Auf Michel Angolo Buonarotti folgt Raffael zweiNamen, die uns ein anderes Beispiel von jenem in der Kunst-geschichte vorkommenden und bereits erwähnten Dualismus geben,den wir auch bei Cervantes und Lope, bei Shakespeare und Johnsonwiederholt finden.

Raffael, mit dem glücklichsten Naturell geboren, erwuchs in einer