der Natur zurück, nähert unter Masaccio sich vom Ideale mehrzur Wirklichkeit und sucht immer mehr sich selbst zu verstehen, siegeht fort auf der betretenen Bahn, wenn auch nicht ohne falscheTendenzen, die alte Kraft und den hohen Geist wieder frei zumachen und zur vollkommenen Darstellung zu bringen.
Der lebhaftere Verkehr des Abendlandes mit dem Osten inden Kreuzzügen, der Reichthum der freien Städte in Italien, warendie Bedingungen gewesen, unter denen die Malerei von Cimabueherab sich freier entwickelt hatte; ein anderes, verwandtes Ereigniß,die große Katastrophe des Untergangs des byzantinischen Reichs,bezeichnet den Anfang jener Periode, in welcher die Malerei ihrehöchste Blüthe erreichte.
Die Schicksale des oströmischen Reiches wurden erfüllt, Maho-med II. nahm im Jahre 1453 Constantinopel ein und machte dembyzantinischen Reiche ein Ende. Viele Gelehrte und Künstler flüch-teten sich nach Italien; sie brachten ihre Schätze, ihre Bücher undKenntnisse der griechischen Litteratur mit; sie fanden eine günstigeAufnahme; Florenz, die Hauptstadt der Medicäer, ward der Haupt-sitz der Wissenschaften und Künste in Italien; griechische Schulen,eine platonische Akademie wurden errichtet, Liebe zum klassischenAlterthume wurde allgemein verbreitet. Diese Liebe entfaltete sichbald zu einer allgemeinen schwärmerischen Begeisterung; die Sy-steme der griechischen Philosophie wurden von Neuem erweckt;Plato und Aristoteles waren nie höher geschätzt, nie schwärmerischerverehrt worden; als große übermenschliche Gestalten wanderten sievon Neuem durch das staunende Zeitalter hindurch; dieser schwärmtefür die platonische, jener für die aristotelische Philosophie. Die Ato-mistik wie die Stoa, die Skepsis wie die Kabbala hatte ihre Verehrerund Verkünder; Plotin, Jamblichns, Proclus mit ihrer ncuplato-niscben Weisheit wurden wiedercrweckt, das ganze klassische Alter-thnm erhob sich in allen seinen Bildungen und Leistungen vonNeuem. Man sprach, schrieb Latein wie die Alten; die alten Göt-ter kehrten ans den verlassenen Olymp zurück; die Nymphen wan-derten zu den Quellen, die Dryaden und Hamadryaden zu den