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Der große Völkersturm, der das römische Reich unter seinenwilden Wogen begraben, war vorüber, eine neue Welt, aus derMischung der germanischen Naturkraft mit den gealterten Völkerndes Südens entsprossen, trat aus dem neuen Boden hervor, Karlder Große hatte das neue Reich, die katholische Hierarchie hatteihren großen Bau vollendet, unter dem die Völker des Mittel-alters wohnten. Beides, die Kirche und das Kaiserthum, Himmelund Erde, umfaßte Dante, der große Ahnherr der christlichen Poesie,in seinem großen Werke. Staunend sahen die Zeitgenossen zu demgroßen Bau hinauf, aus dem eine neue Sonne des Schönen undErhabenen dem irdischen Geschlechts herableuchtet. Die Poesie Pe-trarca's, der von den Alten genährt und begeistert, als Rathgebervon Fürsten und Königen gesucht war, strahlte ein neues Licht in niegesehenem, klarem, mildem Glanze über seine Zeit aus; in densüßesten Klängen der wohllautendsten Sprache reiner Liebe erweckteer den Enthusiasmus und die Bewunderung der Nation. Wenigerrein als Petrarca, verstand es Boccaccio, die Nation zu fesseln,durch seine unerreichte Gabe der Erzählung, durch seine Charakter-schilderungen oder Naturgemälde des menschlichen Geistes, Bilder,denen nur zu viel von dem irdischen Feuer und dem Lichte seinerFiammetta innewohnt, welches auch in Sphären vordringt, wo dasreinere himmlische Licht nicht ausgenommen wird. Petrarca undBoccaccio, durch Freundschaft und durch gelehrtes und dichterischesStreben verbunden, für das klassische Alterthum begeistert, hattenden stets regen Sinn ihres Volkes gebildet, seine Empfänglichkeitfür Höheres geweckt, den Boden für herrliche Aussaat vorbereitet.
Die Malerei, von Cimabue aus ihrem Schlafe aufgeweckt, ge-löst von den Fesseln und Banden, mit denen sie gebunden, kommtunter Giotto zu sich selbst, sie kehrt mehr zu dem Alten und zu