44
genstände der malerischen Darstellungen bisher waren eingeschlossengewesen, denn von mm an wurde das Gebiet dieser Darstellungenauch über neuere Heilige, über Scenen aus dem herrschendenMönchsleben, und überhaupt auf Begebenheiten der späteren Zeitausgedehnt und so die Theilnahme des Volkes und der Bodenvorbereitet, auf welchem die Malerei im fünfzehnten und im An-fänge des sechszehnten Jahrhunderts ihre höchste Blüthe erreichte.
Giotto mit seiner Schule steht in einem ähnlichen Verhältnißzu Raffael, wie Aeschylos zum Sophokles. In Aeschylos trittuns das Urbild der unvollendeten Größe entgegen, in Sopho-kles die harmonische Vollendung; es folgte Euripides, der mitden glänzendsten Gaben des Geistes, in dem Streben zu gefallen,die Tragödie ihrem Verderben entgegenführte, und die Analogiefür jene Maler gibt, welche die Kunst der Malerei von jenerHöhe, auf welche sie Raffael erhoben, wieder herabbrachten.
Giotto war 1336 gestorben; ohngefähr sechszig Jahre späterwurde Masaccio von Val d'Arno, oder Tonnnaso Guidi, geboren,und so kurz sein Leben war, so bildete er doch eine neue Epochein dem Fortschritte der italienischen Malerei. Unter ihm wandtedie Malerei sich vom Idealen mehr ab und wandte sich der Wirk-lichkeit und dem Studium der Natur zu, sie kommt immer mehrzur Selbsterkenntnis, damit gewinnt sie an Charakteristik und schrei-tet auf dem Wege der vollkommeneren technischen Ausführung wei-ter. Vasari sagt von den Werken Masaccio's: „Von den Werkender Malerei, welche vor ihm gemacht wurden, kann man sagen,sie seien gemalt, die seinigen aber sind lebendig, wahr und na-türlich, im Vergleiche zu den Bildern Anderer H." In der Per-spective übertraf er alle Vorgänger; sein Faltenwurf ist einfach,nicht gesucht, nicht studirt, die Köpfe seiner Figuren haben charak-teristischen Ausdruck, das Nackte hat Wahrheit, ihre Stellung na-
cos« fstte iusnri s lui sl xossouo cdisinsr äixints, s Is svovive, vorsei 6 nstmsli, LÜsto L quelle 8tsts Istte äszli altri. VssLri 1 vm. V.x. 176.