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türliche Einfachheit H. Das Portrait ist das Element, das Ein-maleins des historischen Gemäldes; es stellt die Natnr immer ineinem bedeutenden Moment dar, es erfaßt das Bleibende im Wechsel,das Eine im Mannigfaltigen, den ganzen Geist in seiner wechseln-den Erscheinung. Raffaels Figuren sind jedesmal in einem be-stimmten Momente aufgefaßt und dargestellt; wie sie erscheinen, sokönnen sie nur an der Stelle erscheinen, wo wir sie erblicken, überallanders würde ihre Stelle nicht sein. Diese Eigenthümlichkeit, welchedas Genie charakterisirt, das in Raffael wie in keinem Anderen zumAusdrucke kommt, finden wir hier bereits in Masaccio angezeigt
Wenn der Historienmaler den Hintergrund seines Bildes mitder Landschaft oder Werken der Architektur schmückt, so folgt erder Natnr der geschichtlichen Begebenheit, die ohne diesen oderjenen Schauplatz nicht gedacht werden kann. In den BildernMasaccio's und seiner Schule wird der Landschaft und den architek-tonischen Verzierungen, welche den Bildern Raffaels einen eigen-thümlichen Reiz verleihen, größerer Raum gegeben.
Neben diesen Erscheinungen in der Masaccio'schen Schule neh-men wir eine andere wahr: das Streben, die Figuren zu hänfen,ein Streben, welches allemal ans Schwäche, welche das Großeund Bedeutende durch das Viele glaubt ersetzen zu können, oderaus «»künstlerischem Unverstand entspringt.
Masaccio wurde 1402 geboren, sein Tod wird in das Jahr1443 gesetzt.
Die alte Kunst war im Kampfe der alten und neuen Weltuntergegangen; unter den Trümmern der alten Welt hatte sich derSame der neuen Kunst erhalten, er ging auf; in das byzantinischeReich verpflanzt, erhielt er sich als künstliche Blume ohne Frischeund Leben, ohne Duft und Grazie; in dem christlichen Abendlande
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