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Raffaels Disputa
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seins einher, selig schaute das Auge auf den schön verschlungenenReigen der Musen und Grazien und all der vergötterten Natur-kräfte, im Glanze des Schönen die Pfade des irdischen Lebens er-leuchtend. Reizende Wesen brachten ihni die Freude geschmücktentgegen, an dem spiegelnden See, dem rauschenden Strome, dersprudelnden Quelle, sie zum Wechsel durchwebcnd mit den Schauerndes rauschenden Waldes und den gewaltigen mächtigen, erhabenenGestaltungen der unorganischen Welt. Von Genuß zu Genußhüpfte der Mensch am Arme der Freude ans den leichten geebnetenPfaden, den Blumenteppichen des Lebens einher; aber auf denheiteren Eingang folgte ein düsterer, schauerlicher Ausgang; hinterallen diesen Herrlichkeiten, hinter diesen Genüssen und Freudenstand das eiserne Schicksal, die furchtbare ewige Ver-

nichtung verkündend! Selbst mitten im Genüsse riß die Harmonieder Freude entzwei; es erschien das schreckliche Traumbild,

Das furchtbar zu den frohen Tischen tratUnd das Gemüth in wilde Schrecken hüllte.

Hier wußten selbst die Götter keinen Rath,

Der die beklommne Brust mit Trost erfüllte.

Geheimnißvoll war dieses Unholds Pfad,

Deß Wuth kein Fleh'n und keine Gabe stillte;

Es war der Tod, der dieses Lustgelag

Mit Angst und Schmerz und Thränen unterbrach.

Auf ewig nun von allem abgeschieden,

Was hier das Herz in süßer Wollust regt,

Getrennt von den Geliebten, die hieniedenVergebene Sehnsucht, banges Weh bewegt,

Schien matter Traum dem Todten nur beschicken,

Ohnmächtiges Ringen nur ihm auferlegt.

Zerbrochen war die Woge des GenussesAm Felsen des unendlichen Verdrusses*)."

Unter diesen Gefühlen, die sich in unbefriedigter, stiller Sehn-sucht verzehren, in dumpfer Resignation sich ergeben, oder in lautenKlagen und tragischen Kämpfen mit dem Schicksale sich vernichten,an deren Hand der Genius der Trauer einherschritt, um über dieWelt inmitten des Sonnenscheins der Freude und des heiteren Genusses

*) Novalis, Hymnen an die Nacht.