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lich leeren und iin Grunde ganz nichtigen Daseins, wer jenes nichtin großer Offenbarung entfaltet, sondern nur die gemeine Erschei-nung des alltäglichen Lebens täuschend nachahmt, der dient derfalschen Knust und dem leeren Schein einer angenehmen Täuschung.
Von der Religion erhält die Kunst Ausgang und Richtung,Nahrung und Licht. Die Religion, welche menschlich entstanden,geht ans Vergötterung der Natur, die Religion, welche göttlichentstanden, geht über die Natur hinaus, und im Siege über die-selbe kehrt sie dorthin zurück, woher sie gekommen. „Wie die Re-ligion der Griechen Vergötterung der Naturkräfte und des irdischenLebens war, aber zu heiteren Idealen gestaltet, so war auch ihreKunst und Poesie der Ausdruck von der vollkommenen Gesundheitihres Daseins, war Bewußtsein der Harmonie aller Kräfte des inden Schranken der Endlichkeit befangenen Menschen. Bei denNeueren hingegen hat das Christcnthum die Gemüther auf dasInnerste des Menschen gewendet. Ritterliche Tugend und ein neuersittsamer Geist der Liebe stammen daher. Das Wichtigste aberwar, daß durch diese geistige und sittliche Religion das Gefühl vonder Unzulänglichkeit menschlicher Kräfte und ihrer inneren Spaltungmit dem Glauben an einen verlorenen besseren Zustand zum Be-wußtsein gebracht wurde H."
Der Genius der griechischen Religion schmückte das Leben mitimmer sprossenden Blumen, mit immer grünenden Kränzen desfrohen wechselnden Genusses; zur Erde war der Himmel geneigt,zu ihren duftenden Blumen die sanft leuchtenden Sterne des hei-teren Himmels, und die Sterblichen erfreuten sich des Umgangsder Himmlischen. Der Zukunft Schleier wurde von dem Orakelgelichtet, tiefsinnige, geheimnifivolle Weisheit wurde von ehrwür-digen Alten verkündet und reiche Spenden wurden von der Flammein duftendem Weihrauche hinaufgetragen, um die Gunst der Götterherabzuholen. An großen Thaten erfreute sich die Welt, in ewigschwebenden Umarmungen schwebte die Göttin der Liebe und derFreude auf den mit Blumen bestreuten Pfaden des irdischen Da-
i) A. W. v. Schlegel, Vorlesungen über dramatische Kunst und Litteratur.