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Zwiefach ist die Richtung des Menschen; die eine, die höhereKraft in ihm, der Geist, strebt seiner Natur nach, wie die Flammeznm Himmel auf, die andere strebt der Erde zu; zwiefach ist derWeg der Kunst, der eine steigt von der Erde zum Himmel auf,der andere führt vom Himmel zur Erde nieder. In dem Apollovon Belvedere steigt das Bedingte zum Unbedingten, das Mensch-liche znm Göttlichen auf, das Menschliche vergöttlichend, in demchristlichen Bilde senkt sich der Himmel zur Erde nieder, dasHimmlische und Göttliche erscheint in irdischer Hülle, das Unbe-dingte im Bedingten, die Gottheit kleidet sich in menschliche Ge-stalt. Immanent ist die Kunst der alten Griechen und Römer wieihre Religion, transcendent ist die christliche Kunst, wie der Glaubedem sie entsprungen ist; der antike Maler sammelt die irdischenStrahlen der Schönheit, um sie zu binden und in ihrer Vereinigungzur Wirkung zu bringen; aus der Unendlichkeit herab strömt dasLicht, welches das Werk des christlichen Künstlers verklärt, seinWandel ist Gang durch die unendlichen Himmel, im Gefühle desSchönen, welches unvergänglich ist und ewig bleibet. Die An-fänge dieses Geistes der Kunst treten uns unverkennbar 'in denältesten Bildern oder Ansichten, welche die christliche Kunstgeschichtekennt, entgegen, mit dem tiefen stillen ernsten, von der Andachtin sich gekehrten und auf das Höchste gerichteten Blicke. Nichtsbegegnet uns da, was den Blick zur Erde herabziehen, zur Be-trachtung, zum Wohlgefallen an irdischer Schönheit Hinreisenkönnte. Der Geist ist Alles, die Form nichts, und dieselbe Ein-falt, dieselbe Naivetät tritt uns in den Bildern der späteren christ-lichen Maler, welche vor Raffael und Leonardo da Vinci und Tizianblühten, entgegen; die schlichte Einfalt, die innige Frömmigkeit, daszart Empfundene, der treuherzige Ausdruck und der sichere Glaube