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Raffaels Disputa
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der Maler dieser Periode, welche der höchsten Blütheperiode derchristlichen Malerei vorhergeht. Dieses Streben erfüllt ihre Seeleso sehr, daß das Leibliche, daß das Formschöne in ihren Darstel-lungen völlig zurücktritt und verschwindet.

Trotz der Scheidewand, durch welche die abendländische Christen-heit von der morgcnländischen getrennt wurde, trat die Kunst derletzteren mit der ersteren vielfach in Berührung. Das Maß desEinflusses, den das Morgenland nach dieser Seite auf das Abend-land ausgeübt, genau zu bestimmen ist eben so schwer, als esleicht ist, die Thatsache einfach zu leugnen. Die reichen und blü-henden Städte Jtalien's, Venedig und Pisa vor allen, unterhielteneinen lebhaften Handel mit Constantinopel, dem großen Stapel-platze des Orients; deutsche Kaiser und Fürsten heiratheten byzan-tinische Fürstinnen; Kunstwerke von hervorragendem Werthe, wiedie Pier Bronze-Pferde auf der Markuskirche zu Venedig, wundertenaus dem Oriente aus; der Errichtung des lateinischen Kaiserthums(1204) durch die Kreuzfahrer ging eine Plünderung der HauptstadtConstantinopel voraus; ein unermeßlicher Reichthnm an Kunstsachenaller Art wurde geraubt, Vieles davon, was sich wegführen ließ,wurde von den Kreuzfahrern in dem Abendlande nach allen Rich-tungen bin ansgebreitet; und Manches davon wird noch jetzt inden christlichen Hauptstädten des Abendlandes aufbewahrt. Wasdem Menschen gefällt, das begehrt er. Im Abeudlande suchte mandaher die werthgeschätzten Kuustsachen nachzubildeu, und wo es anden geeigneten Kräften dazu fehlte, da wurden griechische Künstlerzur Ausführung gewonnen H.

Freilich läßt es sich, Nachweisen, daß auch von einheimischenKünstlern Werke der Malerei im Abendlande ausgeführt wurden?),aber dadurch ward der Einfluß der griechischen Knust auf dieabendländische nicht vertilgt.

0 Uelcr die Beziehung der lyzantinischcn Künstler zu Italien s. v. Rumohr I.S. 315 u. 320.

2) v. Raumer, Geschichte der Hohenstaufen, 6. B. 463.