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rung, diesseits die Verwüstungen kriegerischer, auf Raub und Beuteregelmäßig ausgehender Barbaren, und es entwickelten sich jenetiefe Angst und Beklommenheit der Völker, welche das nahe Endeder Welt erwarten ließen.
Dem einzelnen Menschen gleich sind Völker und Nationen vonNatur aus zur Uuthätigkeit aufgelegt; um nach dem Höheren zustreben, bedürfen sie des antreibenden Spornes. Wo die Naturdem Menschen alles ohne Anstrengung und Arbeit bietet, da über-läßt er sich dem angeborenen Hange. Vor der Kunst des minderreichen Europa's tritt die Kunst des reichen Asiens zurück; dasgesegnetere Persien sieht mit Bewunderung zu den Pyramiden undObelisken Aegyptens hinauf, welches von der schönen Natur vernach-lässigt worden, und darum ist auch in den Zerstörungen des Kriegeseine neue Schöpfuugskraft enthalten; der Funke, den das Schwertdes Kriegers schlägt, entzündet neues Licht und Leben, und indemer das Alte, Abgestorbene verzehrt, den Luftkreis reinigt, bereiteter neuen Schöpfungen den Boden vor.
Nachdem die innere Kraft des Christenthums erstarkt, und derBaum des neuen Lebens in Sturm und Ungewittern seine Kraftgeübt und befestigt hatte, da entfaltete es in kühner Entwickelungseine Aeste, seine Blätter und Blüthen. In kühnstem Fluge erhebtsich der reine Gedanke in der Scholastik, das begeisterte Gefühlin der Mystik zu Höhen empor, auf denen der Geist fast erlahmt,die Phantasie erliegt. Dem Gedanken strebt das gothische Bau-denkmal nach, seine Gebilde steigen von den niederen zu größerenund mächtigeren Gestalten ans; sie erheben sich immer höher undhöher, bis die Spitze über die Erde hinaus sich in den Wolkenverliert, ein Sinnbild der Offenbarung des christlichen Sinnesund Geistes.
Die Architektur ist die Mutter, die Pflegerin der Künste. Wieauf dem Bilde der CharitL von Raffael die Kinder zur Muttersich hindräugen, um aus ihrer Brust Nahrung und Leben zu ziehen,so sammelt sich um die Architektur die Skulptur und die Malerei'die Musik und die heilige Dichtkunst.