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reinem Golde und von sieben goldenen Krenzen jedes die Schwereeines Centners hattet).
Alle diese Schätze vermochten den göttlichen Funken der Kunst imhöheren Sinne nicht zu erwecken, und wenn irgend ein freierer Geistselbstständiger Kunstschöpfung zum Vorschein hätte kommen wollen,würde er durch die beschränkte Glaubensansicht zurückgetriebcn wor-den sein, oder in dem unendlichen Labyrinthe des abgeschmacktenCeremoniells, welches sein zusammenschnürendes Netz über alle Ver-hältnisse des höheren Lebens ausgebreitet hatte, sich verloren haben.Die Stürme der Völkerwanderung gingen ohne größere Erschütte-rungen an dem byzantinischen Reiche vorüber, und so dauerte diegeistlose Monotonie, die trostlose Dürre und die ängstliche Wieder-holung des Gegebenen ungestört fort.
Der Bildersturm in dein byzantinischen Reiche hatte keine gün-stigeren Folgen für die Kunstentwickelung.
Nachdem die Verfolgungen vorüber waren, und die Kirchen mitStatuen und Bildern geschmückt wurden, nahm die Zahl der letzterenin den, byzantinischen Reiche schnell überhand, und der Reichthuman Heiligenbildern entsprach dem Ueberfluß an Schöpfungen derprofanen Kunst. Die Verehrung jener Bilder vergaß aber balddes gebührenden Maßes und ihres Zweckes, und rief eine entgegen-gesetzte Ansicht hervor, welche bald in ungebändigten Fanatismusausbrach. Auf Befehl des Kaisers wurden die Bilder der Hei-ligen von ihren Stellen entfernt, und nach einem blutigen, ver-heerenden Kampfe, welcher über hundert Jahre dauerte, wurden siewieder in den Dienst der Religion eingeführt. Die Aufsicht überdie Bilder wurde verschärft, und wie gegenwärtig in der jüngst-geborenen Tochter der griechischen Kirche, der russischen, mußtesich der Künstler jedesmal genau an das Vorbild halten, vondessen Form abzuweichen ihm untersagt war. So baut der eineSperling sein Nest genau wie der andere, ohne höhere Idee,ohne Fortschritt. Der Bilderdienst endigte für das byzantinische
i) Hurter, Jnnocenz III. S. 565.