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Raffaels Disputa
Entstehung
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Glaubens wurden auch in gebildeteren Zeiten in den Tempelngöttlich verehrte Steine und Klötze aufbewahrt. Zn Thespiä wurdedie Here als Banmast, zu Samos als Brett verehrt; die ikarischeArtemis wurde in einem unbehauenen Stücke Holz, die Athene zuLindus in einer geglätteten Säule, die Pallas von Attika in einemKreuzpfahle, die Ceres von Pharos in einem ungestalteten StückeHolz, nnd die Latona zu Delos wurde unter demselben Bildedargestellt nnd verehrt H, und jetzt noch zählt der schwarze Steinin der Caaba zu Mecca zu den größten Heiligthümern der An-hänger des muhamedanischen Glaubens!

Wir stehen hier bei den ersten Anfängen der Religion in ihreräußeren Entfaltung, aber zugleich bei dem Anfänge der Kunst.Die Skulptur, die man für die älteste der bildenden Künste hält,geht zurück bis auf die ersten Tage des Götzendienstes. Der gött-lich verehrte Stein, der göttlich verehrte Holzpfahl nehmen all-mählig Gestalt an, und von diesem Punkte ansgehend, gelangtdie Skulptur allmählig und langsam auf jene Höhe, auf welcherwir sie unter dem kunstsinnigsten Volke der Erde, unter den Hel-lenen, erblicken. Freilich war der Gang, den diese Kunst ging,ein langsamer, ein mühsamer; sie bedurfte zu ihrem Fortschritteeines gebildeten Volkes, und auch unter diesem stellte der Kultus,von dem sie ausgegangen, ihrer rascheren Entwickelung Hindernisseentgegen. Denn dieser verlangte, bei den Aegyptern mit größererStrenge als bei den Griechen, daß die Kultusbilder, die «P,-in ihrer Gestalt unveränderlich bleiben sollten, eine For-derung, welche die griechische Kirche zu der ihrigen gemacht nnddadurch allem Fortschritt der Kunst eine unübersteigliche Schrankeentgegengestellt hat.

Aber nicht allein die Skulptur, auch andere Künste haben demKultus ihren Ursprung zu verdanken.

Apollonius enthält folgende Stelle:

Dort ragt mächtig ein Stock Weinreben, ein Zögling des Hains,

Lange bejahrten Stammes: ihn hieben daß er zum Steinbild

Movers, Phönizier I., 569.

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