Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Geographus oder vollständige Beschreibung aller in der H. Schrift benanten Länder und Städte, oder zur Geographie gehörigen Oerter und Sachen : Mit Mathematischen, Philologischen, Physicalischen, Moralischen, Politischen, Historischen und Theologisch-Mystischen Anmerckungen durchgehends versehen, wie auch mit der neuesten Geographie verglichen, und mit 15. accurat und sauber gestochenen Land-Charten erläutert
Entstehung
Seite
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gegen einige dunckele Zweifel. 8z

diß und jenes sey uns noch unbekannt, für eine so peinlicheund unerträgliche Beschimpfung? Warum machen wir unsnicht viel lieber eine Ehre daraus, daß wir nach aller angewand-ten Bemühung und Kräfte, doch noch so sehr wenig wissen,unser Vater im Himmel aber alles im unbegreiflichen Maßeweis, und sich unsrer gleichwol)! nicht schämet. Wir könnendie Gnade haben, Gottes Kinder zu seyn, und Gott für unsernlieben Vater zu respecriren und zu lieben; warum bedienenwir uns nicht gleiches Vorrechtes bey ihm, dergleichen wirunsern eignen Kindern bey uns vergönnen ? Uns ists nichtrecht, wenn man unsre Kinder sprungweise übereilt unor-deutlich und mwützlich informiren, oder sie auf bloße Spie-lereyen und müßige Speculationen hinführen würde, diehöchstens mehr nichts, als einen Schatten von eingebildetemVergnügen auf ein klein Weilchen ausgeben, dagegen aberviel Kopfwehe und Aufblähung des Sinnes verursachen:Solls denn dem lieben Gott recht s>yn, wenn man uns, diewir sein Volck sind, auch so führt, oder wir uns selber so ver-führen und verlieren? Soll er nichts dazu sagen, wenn wiruns um die edle Zeit bringen; von viel wichtigeren und nö-thigercn Geschäften abhalten, unsere Seele dabey verwahr!»-sen, und ich weis nicht in was für Ab und Irrwege mehrgerathen? Unsern Kindern verdencken wirS: Wie hoch sollmans denn uns alten und verständigen Leuten anrechnen?

Vielleicht denkt mancher, bis sey eine große Qualität, undrms erhabene Kraft seines Verstandes, wenn er sich nach derangemaßten libertäre coAiwnäi (Her Freyheit und Ausge-lassenheit alles was er will, und so hoch als er mag, zu den-ken,) allerley entlegene und erhabne Dinge, dafür ers ger-ne ansieht, vorstellen kan. Er glaubt wohl gar, je mehr1'ollibilia er gedenken kan, je näher komme sein Verstanddem göttlichen Verstände. (Eine abominablo Thorheit,über die sich nichts alberners und und ungereimteres gedenkenlaßt!) Aber Lieber! wer hat dir doch diese angemaßte Frey-heit zu dencken gegeben ? Oder mir was Recht meinest du doch,sie wenigstens prätendiern zu können? Daß du dich in bei-