Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Geographus oder vollständige Beschreibung aller in der H. Schrift benanten Länder und Städte, oder zur Geographie gehörigen Oerter und Sachen : Mit Mathematischen, Philologischen, Physicalischen, Moralischen, Politischen, Historischen und Theologisch-Mystischen Anmerckungen durchgehends versehen, wie auch mit der neuesten Geographie verglichen, und mit 15. accurat und sauber gestochenen Land-Charten erläutert
Entstehung
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gegen einige dunkele Zweifels 19

unausgesehteGerinqschähung,Vergessung undVerachtung der-Herrlichkeit GOttes sey. Nun weiß er,daßGOtt seine aller-höchste Obrigkeit sey, daß er vollkommene Macht über ihnhabe, daß er unendlich gerecht seyn müsse, und also seine Bos-heit unmöglich ungestraft lallen könne: weisen kan er sich al-so gewisser versehen, als der gerechten Strafen GOttes?kommt zu dieser ernsten Ueberlegung etwa em völligeres Auf«wachen des Gewissens: so muß ihn dasselbige über allen sei-nen Sünden unerträglich beissen und verdammen. Und weildas Sündigen, nicht aufhören will, so will und kan auch dieseQual nicht aufhören. So muß sich denn der arme Menschmit steter Furcht und Angst vor dem Zorne GOttes, mildemschüchternen Mißtrauen und fliehen vor GOttes Angesicht,und mit steter Erwartung seiner Strafen überwerfen, mit-hin sein kümmerlich^ben in der kläglichsten Unruhe,Unzufrie-denheit und Unglückseligkeit zubringen, so sich ihm GOltnicht näher offenbaret. Seht er sichs denn vor, er wolledas Böse nimmer thun: so kan ersdoch nicht lassen. Ent-reißet er sich den gröbsten Ausbrüchen desselben mit Gewalt:so gehen die Seelen Sünden dennoch Tag und Nacht fort,und sehen ihn in unabträgliche Schulden. Und weil er keinHertz zu GOtt hat, so muß er auch einen heimlichen Haßwider ihn lind seine Befehle im Herhen haben. Darüberschreyt ihn sein Gewissen oft so hark an, daß er verzweifelnmöchte. Meint ers endlich durchzutreiben, und der so quä-lenden Sünde mir Macht gram zu werden: so spricht dasGewissen: Ey; wer will dich aber wegen des vorigen mitGOtt versöhnen? und wer will dich versichern, daß dir GOttwerde wollen gnädig seyn? Will er im Gegentheil das Ge-wissen übertäuben und einschläfern: so bindet er einen beis-s>M Hund gleichsam nur an die Kette, der hernach wenn erwieder los kommt, desto wütender wird. Gewiß, je mehrSchulden der arme Sünder indeß gehäufet hat, je heftigerfällt es ihn alsdenn wieder an. Am allerschrecklichsten aber,wenn die Sünde ihr wüstes Nest verlassen, und in die unauf-hörlichen EwigkeikenLehen muß. Da sieht sich her Mensch> B 2 vm