gegen einige dunckele Zweifel. rz
will ich freudig sagen, daß ich einen solchen GOtt nicht ein-mal für meinen GOtt halten und haben wölke, dessen Ge-dancken, Rathschlüsse, Anstalten und Wercke ich durchausübersehen könnte. Was würde man von einem solchenDienstboten dencken, der da eigensinnig prädenkirte, alleHeimlichkeiten seines Herrn zu wissen? Aber noch vielmehr:was würde das nun für ein ungeheurer Hochmuth seyn, sol-che Anforderungen an GOtt in seinem Gemüth hegen zudürfen, dergleichen man nicht einmahl bey seinem eigenenKinde, geschweige denn seinem Gesinde gegen sich würdedulden können? wofür hat sich aber der abtrünnige Menschgegen seinen GOtt und Schöpfer zu achten? Ist ihm dennGOtt das Recht eines Gesindes schuldig? Man kan darausleicht schließen, daß es gewiß kein Glücke sey, in solche wan-kende Zweifel hinein zu gerathen, sondern daß dabey urvßglich viel Schuld, Gefahr und Plagen für die arme Seeleunvermeidlich seyn. Es hat also ein Patient, der in dieseKranckheit verfallet, hohe Ursach zu eilen, um sobald alsimmer möglich daraus zu entkommen. Je ernster undWger man nun deßfalls bey GOtt suppliciret, und da-bey einem jeden Winck GOtteS unterthänig folget: je leich-ter und behender muß man nothwendig in den Port der Nu»he und Sicherheit anlangen können: Denn GOtt ist dereinige Herr der Seelen, und kan im Verstände und Wil-len bauen und zerstören was er will.
§. 4. Wenn einem nun aus der Vorstellung von derent«schlich grossen Welt, oder der unglaublichen Menge derWelt-Cörper einige Zweifel wider die Lehre von der Erlö-sung in den Sinn kommen solltet,: So ists ja billig undklüglich gehandelt, wenn man im Anfang von allen andernWelten, die wir ohnedem niemals gesehen haben, ganßundgar abstehet, und nur allein der wundervollen Erlösung derMenschen auf unserm Erdboden gewiß zu werden sucht»bind wir uns dock (wie wir in andern Fällen alle gernebehaupten,) leibst die nächsten, und haben an unserm Jam-mer und Verderben gewiß genug zu überlegen und zu be-