Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Geographus oder vollständige Beschreibung aller in der H. Schrift benanten Länder und Städte, oder zur Geographie gehörigen Oerter und Sachen : Mit Mathematischen, Philologischen, Physicalischen, Moralischen, Politischen, Historischen und Theologisch-Mystischen Anmerckungen durchgehends versehen, wie auch mit der neuesten Geographie verglichen, und mit 15. accurat und sauber gestochenen Land-Charten erläutert
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

gegen einige dunckele Zweifel. i;

dabey bleiben, bis seine Zeit aus ist; bis müssen Christeyvon ihm schon gewohnt seyn, sich auch nicht erst viel drüberwundern oder erschrecken. Denn der Satan weiß gar wohl,daß, so bald diese Lehre vom Menschen recht angenommenwird, so bald ist auch sein gantzes Reich in demselben zer-störet.

b) Dem hochmükhigen Menschen gehts gar ungemeknschwerem, zuzugestehen, der Heiland habe ihn gantz al-lein völlig erlösen müssen, er selbst aber habe schlechterdings«ichts dabey zu sagen. Und bis ist eine eben so tief undstarck gewurhelte Feindschaft gegen Jesum, als die Eigen-liebe selber ist, daß wir sie oft nicht einmahl merckenkönnen.

c) Jesus ist kraft göttlicher Weisheit, Wahrheit undHeiligkeit ausdrücklich gesetzt zum Fels des Aergernisses de-nen die sich stossen wollen. Und da kan auch ein Unwissen-der und Schwacher zuweilen anlaufen, damit er seinen Felsdes Heils mit gantzem Ernst kennen zulernen Gelegenheitnehmen müsse. Folglich kan GOrr einen armen Sün-der darum nicht gleich wegflössen, der ihm an dieserRrai^kheir darnieder lieget, aber gleichwohl gerne ge-lM seyn wolle. Und darum ists nicht nöthig, deßwegenzu verzagen, oder sich der peinlichen Angst über die Maße,wider Recht und Billigkeit hinzugeben.

§. z. Inzwischen ists dennoch eine schreckliche, und un,billige Vermeffenheit, die ein Menschen-Kind, die Made,gegen die allerhöchste Majestät GOttes waget, wenn er prä-tendirt, mit seiner kleinen Vernunft und oft aus blossemVorwitz, sowol die ainplituchncin als illtculitatelu oder dieWeite und Länge sowol als die Höhe und Zärtlichkeit derLiebe GOtteS und der daher rührenden Wercke in allen ih-ren Grenhen vollständig einzusehen, und, welches noch un-verantwortlicher , alsdenn von beyden nur soviel zuzugeste-hen, als er begreifen und übersehen kan. Denn->) Unläugbar muß GOttes Verstand unendlich über desMenschen Verstand erhaben seyn, und die erbarmende Lie-

be