72 Von etlichen gemeinen alten Gebräuchen
len, und also ihre Füsse voller Staub wurden; so bedurften siegar oft der Reinigung durch das Waschen, nicht nur im schlech.ten Wasser, sondern auch in einem zubereiteten Bade. Sie.he Cant. 5, z. Tob. 6,2. Exod. 2,5. Neh. 4,2z. Ruth. z, z.Daher war es auch ein gewöhnlicher und löblicher Gebrauch,daß man den Reisenden oder ankommenden Fremden undGästen zuerst Wasser anböte c) ihre Füsse zu waschen, Gen.18,4. c. 19,2. c. 24, ^2. c«4Z,24. Gleichwie nun unser Hey.land die Vcrsäumung dieses Liebes - Diensts dem PharisäerSimon aufrückte, Luc. 7,44. also bezeugte er die Schuldig,keit zur Erweisung desselben, ohne eigne Schuldigkeit, mitseinem eignen Exempel seinen Jüngern, Joh. iz, 4. 5. undPaulus rühmet das Fuß-Wafchen, als ein besonderes Merckder Liebe, , Tim. 5, lo. Die Weise der vielerley JüdischenReinigung, Joh. 2,6. welche im Levitischen Gesetz verordnetwar; und insonderheit das viele Waschen und Baden derPriester, ehe sie in ihrem Amt etwas anfiengen, cl) hatte keinander Absehen, als die innere Reinigung, nach Jes. i, 16.Ebr. io, 22. Wiewohl die Pharisäer durch ihre Aufsähenoch mehr hinzuthaten, und ein verdienstliches Werck darausmachten, welches derHeyland an ihnen bestrafet, Matth. 15,2.Marc.7,2-15. Luc. li,z8> Zy.
§. z. Das Salben ist in ganh Morgenland eine nochviel nöthigere Sache, als das Waschen, oder doch damit ge-nau verbunden. Denn wenn wir bedrucken, was für Jn-commodität, viel und starckes Schwitzen im Sommer unsverursacht, dadurch nicht nur die Haut verletzet wird, an denOertern, welche dem Schweiß am meisten unterworfen sind,sondern auch ein übeler Geruch, der uns und andern zuwiderist, entstehet, und man dadurch zu seinen Verrichtungen fürsich und bey andern fast ungeschickt gemacht wird; so können
wir
c) Wenn die erste Höflichkeit vorbey, last der Haus-Herr durchseine Frau Wasser und Salbe holen, um damit seinen Gastzu schmieren. Will) BoßmannS Reise nach Gvinca, p. i;7-
viil. Iufft I. c. p. ro.viä. Bibl. riilioric. Vll. Th. p. lorr,.
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