und ersten Menschen nach der Sündfluch. 67
Gott und dem Nächsten schuldigen Pflichten handeln, so kanman die Erkenntniß und Fortpflantzung derselben, dem Nochund seinen Nachkömmlingen so viel weniger absprechen, sovielmehrern Grund man hat, ihnen noch ein mehrers zuzu-eignen. n)
§. n. Es ist aber bey der unter allen Völckernfortge-pflantzten Erkenntniß von dem wahren Gott und der geoffen-barten Religion, auch nach und nach die Abgötterey derge-stalt eingeriffen, daß sie endlich gar überhand genommen, unddie Verderbniß in Lehr und Leben, fast alles, wie eine Sünd-fluth überschwemmet hat. v) Die erste Veranlassung da-zu, ist von denen Völckern, welche nachhero in alle Welt zer-streuet worden, bey dem innerlichen Abtritt des HerßensvonGott, allem Ansehen nach daher genommen, daß, da so wohldie in Orient verbliebenen, als die übrigen, bey ihren Zügengesehen, was ihnen Sonne und Mond mit dem gestirnetenHimmel für grosse Dienste thäten, sie auf solche Geschöpfemit einer zu großen Verwunderung und Hochachtung gefal-len sind. Diese aber hat sie nach und nach dahin gebracht,daß, da sie dafür gehalten, daß solche grosse Welt-Cörperdem Schöpfer gar nahe wären, und von ihm zum besten desmenschlichen Geschlechts gebraucht würden, sie dieselben an-gefangen haben zu verehren, in der Meynung, daß, da siesolches um Gottes willen thäten, Gott sich solchen Dienstauch wohl würde gefallen lassen, um so vielmehr, als sie ihndabey nicht verleugneten. Da man nun solcher Gestalt diehimmlischen Cörper zu Neben-Göttern gemacht hak, so hatman ihnen allerhand Namen gegeben : Wie denn die uräl-testen Namen der heydnischen Abgötter und Abgöttinnen ei-gentlich nur auf die Sonne, den Mond und die Sterne ge-hen, und sie nach dem Unterscheid der Völcker und Spra-chen auch unterschieden sind; von den alten Persern aber in-sonderheit bekannt ist, daß sie mit ihrer Abgötterey allein bey
E 2 der
u) Siehe v. Lang. I. c. p. 1)4. coll. v. Lullcl. 1. c. p. »94.
Siehe v.Lang. Mos. L-undR-x-lz;- und meinen Bibl-Ui.üoric. VI. Th. k.8L°.lg.