65 Von den bewohnten Welt-Theilen
fenbarung in Schriften verfasset werden lassen, das geschahekeineswezes zu dem Ende, daß demselben nur allein der Wegzur Seligkeit zugeeignet und offen stehen sollte; sondern nurum desMeßia willen, daß weil derselbe in der Fülle der Zeitmenschliche Natur an sich nehmen, und darinnen das Merckder Erlösung ausführen sollte, man wissen könnte, in welcherNation, wenn, wo und wie er würde gebohren werden, undsich als den verheissenen wahren Meßiam erweisen. Da-bey aber auch Gott in solchen und nachfolgenden Zeiten, un.ter den übrigen Völckern sich mit Offenbarung der seligma,chenden Wahrheit niemals hat »»bezeugt gelassen, wie inson-derheit der Prophet Jona seine Buß-Predigt in der grossenAssyrischen ResidenH-Stadt Ninive zu vieler Verherrlichungdes Namens Gottes unter den Orientalischen Völckern hal-ten müssen. Hieher gehöret, was die Jüden im Talmud,insonderheit in der 6em^r!i K^Ionico, unter dem Titul Lmi-beärin, Oj). vn. §. V. und sonst in ihren Schriften, von denalso genannten sieben von Gott empfangenen GeborenNoah, welche er unter allen Völckern durch seine Nachkom-men fortgepflanzet hat, vorgeben, als:
1. Von Vermeidung der Abgötterey.
2. Von der verbotenen Entheiligung des Namens Gottes«
z. Vom Verbot des Todschlags.
4. Von der verbotenen Hurerey und Ehebruch.
z. Vom verbotenen Diebstal.
6. Von den Gerichten und dem Gehorsam gegen dieObern.
7. Von dem, daß man kein Glied, von einem noch in sei-nem Blut lebenden Thiere gemessen solle. Welches sieben-de Gebot Noah, üder die sechs vorhergehende, schon von Adamher ihm übergeben?, von Gott empfangen haben soll,Gen. 9,4»Hält man nun diese 6. ersten Gebote gegen die hernach durchMosen promulgirte zehen Gebote des Sitten - Gesehes,, sokommen sie, als die Haupt-Summa des allgemeinen göttli-chen Rechts, damit genau überein; und da dieselben auch zudem Licht und Recht der Natur gehören, indem sie voll denen,