S3acf) ($amilie) SSacfyaumont 595
SB a d? (Sofyann ©ebaflian), unter bcn beutfd)en SEonfünfllcrn beS »origenfjaljth. einer ber berühmteren unb ber gröfte biefeS in ber mufifalifdjeit Literatur foauSgejeidjneten tarnen«, geb. b. 21. Pldrj 1685 51 t Gifenad), (iarb b. 28. Suli 1750ju fieipjig. Gr legte ben ©runb im Glasietfpielcn ju £)f)tbtuff bei f. altern 58ruber,3of). Ghtiflopf). 9tad) beffen Sobe flubirte er bie SJluftl ju Büneburg unb lernte inber herjogt. Gapelle gu cfpatle ben franj. ©efcbniacf in ber Plufif fennen, trat 1703in bie £Menfle beS ^crjogg »on SEBeimar, bam 1704 nach Sfrnftabt, wo er fid) eis# gentlicf) ju bem großen Gomponiften unb Srganiflen bilbete, warb 1707 Stganifl| 31 t 9Jiül)lf)aitfen, 1708 $oforganifl in SEBeimat unb 1714 Goncertmeifler bafelbfl,
] bann 1717 Gapellmeifler ju Äotfjen, 1723 Gantor unb Plufif'birector an ber St)o=i maSfchule 31 t Beipjig unb 1736 fönigl. furf. fdchf. $ofcomponifl. ©ein Beben f)ati gietfel befd)tieben. 2flS Gla»iet= unb Drgelfpieler fjatte ©eb. SS. in bamaliger 3dtnicht feines ®leid)en. hiermit fretjen feine grofen, i)armoniercid)en Gompofitionen! in SSerbinbung, weldje eine originelle, »on auSldnbifdjem ©efchmacf unberührteSSegeifierung atljmen unb ootjüglid) religiöfen 3nl;altS finb. ©re befleißen aus crsijabenen Ghören unb 25oppelcf)6ren (Gantaten unb Ploteften), ferner SrgeU unbGlaoierftücf en in gebunbenem ©tpl. Unter biefen ifl fein „SEBohltemperirteS Glasier"(bejlehenb aus 48 Pralubien unb Sagen aus allen SEonarten) allbefannt. — 25ieaSadj’fdjc Samitie flammte aus PceSburg in Ungarn, weldjeS ©ebaflianS 58ater,Sol). 2TmbroftuS, ber felbfi ein guter Plufifet war, ber ^Religion wegenoerlief,um ffd) in 25eutfd)lanb nieberjulaffen. SJlehr als 50 SEonbünflter finb »on il)t auS=gegangen; ©ebaflian felbfi t>atte 11 ©ohne, fdmmtlicf) als Phtfibet t>ortf>eill>aftbegannt. 25ie berühmteren waren: SEBilhelm griebemann, geb. 17103 «SBeimar, ftarb mit bem SEitel eines tjeffensbarmfläbtifdjen GapellmeiflerS 1784 juSSerlin. Gr war einer ber gröften ^armoniflen unb gefd)icftejlen Srgelfpieler.Plan hat»onif)m bie bebannten 6 Sugen ft'irS Glasier. Äarl Philipp Gmasnuel, 1714 3 U SEBeimar geb. unb 1788 ju Hamburg gefl., bam, nadjbemcräuBeipjig bie 5Ked)tSgelehrfambeit flubirt hatte, als SRuffler in preuf. Sienjle nad)SSerlin unb warb enbtid) Plufifbirector ju Hamburg. Gr bat meijlentljeilS für baSGlasier gearbeitet, auch Plelobien ju ©ellert’S geijll. Biebern hetauSgegeben. 3lmbeflen finb f. S3ocalcompofftionen. ©ein „fBerfud) über bie wafre ’Krt, Glasier jufpielen", ifl nod) immer ein claffffdjeS SBerb in feiner 2frt. Sodann Gl)riflopl)Stieb tief), geb. ju SBeimar 1732, flarb 1795 als Goncertmeifler ju 58ü<febutg,grofet Srgelfpieler, ifl aud) burd) f. fjerauSgegeb. Plufibalien begannt. 3 oh annGljriflian (ber englifche genannt), geb. 1735 gu Beipjig, gefl. ju Bonbon 1782,tsar wegen bet galanten Spanier, inberetgefdjtieben, lange Seit BieblingScomponifl.
33ad)aumont (Sran^oiS le Goigneup), geb. ju Paris 1624, gefl. baf.1702, warb früh als geijll. 5Rath bei bem Parlamente 31 t Paris angeflellt, beffenPrdfibent fein fßater war. Gr nafm in ben Unruhen 1648 fg. Partei gegen beit#of, unb ihm serbanft biefe Saction ben 9lamen Sronbe, inbem er ffe einfl mitben ©djulfnaben serglid), bie fid) in bcn ©rdben »on Paris mit ©ddeubern besluftigten, bei bem 2lnblicE eines Polijeibeamten fcfnell fid) trennten, aber, fobafbet ben SRütJen gewanbt, wieber beifammen waren. 25er fBergleid) gefiel; bieSeinbe SRajatin’S trugen feitbem ^utfdjnüre in -gorm einer ©ci)leuber unb nannsten ftd) ©djleuberet (frondeurs). 58. fanb bei biefen ©treitigfeiten oft ©elegenfjeit,feinen SEBig in Gpigrammen gegen ben -jpof auSäulaffen. 9lad) it>rer SSeilegungäog er fid) ins Prisatleben jurücl, um ganj feiner Steigung jur 25id)tfunfl ju foUgen. ©leid)fjeit beS ©cfdjmaifS, beS GljarafterS unb ber BebenSart fnüpften jwisfd)en it)tn unb Gbapelle eine innige Sreunbfdjaft, unb 58eibe arbeiteten gemeinfd)aff=lid) an jener lieblichen 5Reifebefd)teibung, welche unter ben $5reunben ber tdnsbelnb anmuthigen Poefie fo sielen SSeifalt fanb. 2(uferbem rühren nod) mehrefröhliche, leichte Bieber soti ihm her, bie aber ju gerflreut finb, als baf man ffe ju
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