578 2CuS3cI;i'ung Autenrietf)
weidjungen iß oft fogat brr jwecfmüpigße unb wirffamße Auebrucf beS ßürfernunb contraßirenben ©ebanfenS. 5ßaS aber im Allgemeinen ben ©ebraud) ber AuS=meidjungen in einem SEonßücf antangt, fo oerlangt bie ©nljeit beffelben »or Allemjmat eine Ijerrfdjenbe SEonart, b. b. fte «erlangt, bap ein SEonßücf ftch sum gtöpfen$El)cil in einer beßimmten SEonart bewege unb bähet in ber Sieget mit berfelben aud)anfangc unb fdßiepe. Sn biefer 58ejiel)ung fagt man aud), baS SEonßücf gebt au«C, R ic. — obwol ber Anfang nidjt immer fogleid) unb entfd)eibenb bie tjecrfrfjenbeSEonart befiimmt, unb ein ©tücf oft in einet anbern SEonart fdßiejjt als in welcher eSangefangen, j. 58. Duoerturen, bie j« anbern ©tücfen »orbereiten, ober ©tücfe,beren Gnbe mit bem Anfänge, beS 3nl)altS wegen, contraßiten muf, fobap fteetwa in Duc fcljliepen, wenn fte in SDIoll angefangen haben, ober umgefeljrt. Snber Siegel, unb wenn nidjt 58ebingungen legterer Art eintreten, ftnbet man baljerjene ©nf)eit, bie fid) befonbcrS burd) Anfängen unb ©cfßiepen in einer SEonart äußert,felbß in 5Seße!)uitg auf mehre ©tücfe, welche jufammengenommen ein größeres©aiijeS bilben [$. 58. SinaieS (f. b.) ober ganje Dpern], beobachtet. 5ö$ennnunaber eine SEonart ftch bem ©eher als f)enßd)enbe angefünbigt unb eingeprägt hat,fo erfobert bie hatntonifche Sßannigfaltigfeit beS SEonßücfS, nach Sßapgabe feiner©röpe unb feines umfaffenben (SharafterS, auch AuSweidjungen. Daraus ergibtfiel) aber, baß eS auch Steine SEonßücfe «on leichtem, ruhigem G>haraftet gebenfönne, in melden gar feine AuSweidjungen «orfommen (wie j. 58. in flehten ßie=bem unb SEänjen Ausweichungen nidjt wefentlid) ftnb, unb Häufungen berfelbenben Gharafter eines foldien ßßuftfßücfeS oft ganj attfheben), fowie hingegen grö--pere SEonßücfe ohne ben Sleij berfelben leidjt matt unb einförmig werben würben.Sn ber neueßen Seit hat man ftd) überall fo feljr an biefen 5Hei} gewohnt, bap ber©efehmaef beS grofcn5PubticumS faß 5Jlid)tS mehr pifantgenug ftnbet, unb man nurimmer baraufju ftnnen fdjeint, aud) nod) bie SBüqe ju rottcjen. Die natürlich*ßen unb üb!id)ßen Ausweichungen eines SEonßücfS gehen nun a) in bet Durtonart1) nad) ber harten SEonart ber Dominante; — biefe nimmt ben crßen 9Jang einunb wirb mit9fed)t, wegen ihrer nüchßen 5ßerwanbtfd)aft mit ber ^aupttonart,4?uuptattSmrid)ung genannt, ©ie fommt gewöhnlid) in ber SSÄitte beS ©tücfs «orunb theilt baS ©tücf in 2 Hälften ein. 2) -Slad) ber harten SEonart bet Unterbotminante (ober Duarte), ferner 3) nad) ber weid)en SEonart ber ©epte beS ©tunb*tottS unb ber übrigen SEonarteit, beren tonifd)e Dreiflänge in bet SEonleiter ber$aupftonart liegen. l>) Sn ber ßßolltonart 1) nad) ber harten SEonart ber SEertie,©epte unb Duinte, 2) ober nach bet weidjen SEonart ber Dominante unb Unterbotntinante. Sn ben hier angegebenen SEonarten pßegt ein SEonßücf, wenn eS auS=weid)t, am (angjlen jtt «erweilen. Aber bamit ftnb bie AuSmeidjungcn in entfern*tere SEonarten nid)t auSgefdßoffett, — nur bttrfen fte nicht miUfütlid) unb ohne©rttttb oorfommen; »ielmeht ftnb fte auperorbentlidje ßKittel, bie nur ju auperor*bentlidjen ßBirfungen aufbehalten werben müffen unb ihre SBirfung »etliercn,wenn fte ju oft gebraucht werben. Die Slücffeht eines SEonßücfS ju ber <£aupt=tonatt, in welcher, wie wir oben fagten, gefd)loffen wirb, gefd)ieht gewöhnlichunb am beßen burd) ben Dreiflang ber Dominante ober ben $auptfeptimenaccorb(feiten burd) ben Dreiflang berUnterbominante — plagalifcher ©chlup), weil burd)einen foldien ©d)lup baS ©el)ör »ollfommen beruhigt wirb, befonberS wenn bieSormel, in welche biefer ©d)lup gefaßt wirb, benfelben in mel)ren Siguten wieber*holt. Die umfaffenbße unb grünblichße SEheorie ber AuSweidjungcn hat ©ott*frieb ßBeber in feiner „SEheorie ber SEonfe|funß" (2. 58b., ©. 333 — 378 fg.)aufgeßellt. 44.
AuSjcf)rung, f. Atrophie.
Autcnrieth (Sohann Heinrich Setbittanb ».), Äanjler ber Uni«. SEübingenunb ^C>vof. ber Arjnciwißenfchaft, geh. baf. 1772, entwicfelte früh auSgejeid)netf