daß eine Kunst nur in dem heimatlichen Boden Wurzel schlägt, wenn sie ihre Grundelementediesem Boden entnimmt. Renaissance-Prachtbauten mag Italien behalten; hier am Nieder-rhein ist das Backsteinhaus aufgewachsen und wenn es auch bisher in der Kunstgeschichteund bei den meisten Baukünstlern keine Beachtung gefunden hat, so hat es doch einewunderbare Schönheit, die demjenigen aufgehen muß, der die stillen Straßen von Kaisers-werth, Orsoy usw. durchwandert und weit von sich all die kunstgeschichtlichen Vorbilderwirft. Das Schloß auf dem Burgplatze brannte 1872 bis auf den oftmals restaurierten Turmab, der heute einsam in unvermittelter Größe am Rhein steht. Die am Burgplatz erbauteKunstgewerbeschule paßt mit ihrer Renaissance-Fassade gleichfalls nicht in ihre Umgebung
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und erdrückt durch ihre Höhe alle schlichten Gebäude ringsum. Dem Friedrichsplatz an derAlleestraße hat die vor 25 Jahren fertig gestellte Kunsthalle Licht, Luft und alle Schönheitgenommen. Wie malerisch früher dieser Platz gestaltet war, zeigt das Bild von van de Veldeim Mauritshuis im Haag. Auch heute würde der Platz ein höchst malerisches Bild gewähren,wenn die Bürger Düsseldorfs mehr Augen für eigene Schönheiten als für Kunsttempelbesessen hätten, die mit hellenischen Formen prunken. Das Präsidialgebäude, das durch dieweit vorspringenden Fensterläden so anmutig gegliedert wird, ist so schön in den altenBäumen eingewachsen und ihm schräg gegenüber ragt mit Kuppeln und Türmen die Jesuiten-kirche so pittoresk empor: ein höchst wirkungsvolles Bild, wenn die Aussicht des Platzesnoch frei wäre! Das einzige Tor, das die Altstadt noch besaß, das Bergertor, wurde voll-ständig beseitigt; das Ratingertor, zwar nicht unschön, aber in klassischer Formenspracheverändert. Schließlich hat bereits unser neues Jahrhundert das Antlitz der Altstadt an der