Bist du mit Orpheus glaubend eingeschifft,Und wie in Klangfiguren Schöpferruf,
Wie im Krystall der Ton Gestalt sich schuf,
So Saitenklaug in deine Seele trifft!
Gehst du jetzt Wohl an meines Görrcs Hand,Dem Liebe hier im Liede dich gefügt,
Wo ernst der Rhein berauschte Ufer pflügtLängs alter Tempel schicksalsvollem Rand,
Und malst ihm meisterlich in feuchten SandMit leichtem Stäbe, dessen Zug nicht trügt,
Ein Dombild hin, dem nicht die Zeit genügt,Noch dir, der es erfand, ihm, dcr's verstand!
Dann denke, das; zuerst er einst gedacht,
Zuerst gesagt: Architcktnra istErstarrte Musika, die Maaß ermißt;
Worüber die Philister dumm gelacht,
Und lieb ihn drum, sahst du in stummer NachtDie Kunst doch auch verbaut durch Formgcnist,Bis Saitenklaug dir brach das Schulgerüst,Ausstrahlend vom Gesetz zu Zier und Pracht!
Ich weiß, Grundtönc führen dir den PlanUnd Harmonien wiegen dir ihn ausUnd Melodien treiben bis zum StraußDes Gipfels dir die Linien hinan,
Kein Zug läuft eigenwillig seine Bahn,
Und macht auf eigne Hand sich blnmcnkraus,Du pflanzest nicht auf tolles Formgcbrans,
Nein auf organ'sche Gipfel nur den Hahn!