L71
dann sagte er ihm, meine Tochter ist schon versprochen, unddafür kein Kraut gewachsen; doch nach vielem Zureden lud erihn zu sich ein, um ihm zu beweisen, daß er sein möglichstesthun wolle, er hoffte ihm nämlich bei der großen Aehnlichkeitseiner Töchter eine andere statt dieser aufzuhängen. So schiedensie auseinander, und der Herr Obrist wäre schier vor Rührungdas Zeitliche segnend mit Tod abgegangen, wenn er nicht durchden Umgang Till Eulenspiegel's etwas ermuntert worden wäre,der dazumal, wie in seinen trefflichen Memoires zu lesen ist,die Messe mit Prophetenbeeren bezogen hatte; gern hätte ersich diesem lieblichen Charakter angeschlossen, aber Herr Eulen-spiegel konnte, großer kosmopolitischer Ansichten halber, und ausinnerm- Drang,, ein nützlicher Staatsbürger zu werden, seineUnabhängigkeit nicht aufgeben. Sehr betrübt, ein so nützlichesSnbject nicht gewinnen zu können, rüstete er sich zu seinerAbreise, er kaufte an Equipagen, Pferden, Kleidern, Dienern,Kleinodien, Sammt und Seide, Spezereien re. was nur vor-handen war, ließ seine angekaufte Thiergesellschaft reinigen,kleiden und frisiren, und nahm sie als gelehrte Gesellschaft an,nur war im Contract, daß sie sich gegen ein billiges Dongratuitauch auf Befehl als Menagerie sollten gebrauchen lassen, dagegenversprach, er, sie nur mit todteu oder. zahnlosen alten Hundenoder freundschaftlich unter einander sich Hetzen zu lassen; LucasStier kostete ihn besonders viel, weil mau ihn gern zumKrönungsochseu geschlachtet hätte, so wurde er auch bei demAnkäufe des Palm-Esels sehr hoch getrieben, weil er beidort häufig gesuchter Eselsmilch gegen die Abzehrung ein sehrziehender Artikel war, woraus nebenbei erleuchtet, daß cswahrscheinlich eine Eselin muß gewesen sein. Einen vortreff-lichen dicken Trompeter debauchirte er durch Geld, und diesenblasend an der Spitze, zog er über eine tuchene Brücke, diehinter ihm preis gegeben wurde, unter dem Segen Aller, denen