Druckschrift 
5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
Seite
459
Einzelbild herunterladen
 

45 »

Lämmchen sprechen, und sagte gar, wie er von einem Lammenur geistlicher Weise gesprochen, und so trabte es stille zumThore hinaus, der Hund groß und faul, mußte da auch Urlaubnehmen, denn man brauchte ihn nur in Hundstageu, und über-dies solle die Polizei in den Hundstagen keine mehr dulden,auch hätte er viel Flöhe gezogen, und müßte man ihm, da erkeine Fastenspeiscn esse, immer appart kochen, Sanct Margrethaber mußte ihren Drachen auch jagen, weil man glaubt, erkönnte schier des Teufels Spion sein; Sanct Oswald's Rabezog gern von dannen, denn er im Himmel als ein Galgenvogelwenig Freude hatte, und seiner Nahrung auf Erden großUeberfluß ist; nun kam Sanct Gilg mit seinem Hirsch und batgar sehr für ihn, aber da sich vor Kurzem durch den Hirschmancherlei Jagdgedanken unter den Aebtcn und Prälaten, undsonderlich bei Sanct Huberts erhoben, ward er ausgcmustert,und ging der Jagdgedankcn wegen selbst gern, nun hätte manzwar Sanct Genovefen's Hirschkuh gern gelitten, aber siewollte ohne den Hirsch nicht bleiben, und ging als ein Beispielehelicher Zärtlichkeit ihrem Gatten nach. Sanct Lucas Mastochshatte besonders Sanct Georg gegen sich, der sich einen Gaulhielt, dem der Ochs das Futter thcuer machte, und da dasRoß nicht entbehrlich war, so mußte der Stier weichen. Nuntrat Sanct Gallus mit seinem Bären heran, dem ward auchvon der Jagd erzählt, auch müßte er im Himmel stets anden Tappen saugen, auf Erden wären Aepfel und Birnen gutgerathcn, die Bienenzucht auch in gutem Flor, er könnte inNürnberg ein Lebküchler werden, oder sich gar für Geld sehenlassen, er brnmmelte, kugelte sich zusammen und purzelte hinaus.

Hinter dem Bären machte man nun das Loch zu, SanctLorenz legte seinen Rost darüber, da man nun von Haus zuHaus nachsuchte, ob im papicrnen Kalender-Himmel noch irgendein Thier vorhanden sei, fand man in den vier Häusern der