Druckschrift 
5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
Seite
411
Einzelbild herunterladen
 

LII

rungs-Blatter, wie die Vaecins, zu erfinden, und schlagevor, das Gift der Judenblatter durch ihnen zu inoculirendeSchweine-Blattern zu neutralisiren, und dieses Gift nun denPhilistern zu inoculiren. Der im Jüdischen zur listigen Angstsauer gewordene Genius würde so durch Widerwill gebrochen,als ein vermittelndes Gift dem im Philistrischen zum hoffärtigenSelbstvertrauen süß gewordenen Genius auf unschädlichere feinereBeine helfen, daß sie nicht länger ihren breiten Viehweg durchdie Saat des Lichtes niedertretend durchzuführen brauchten. —Das Schwein aber wäre hier wieder ein Mittler zwischen denInden und Philistern, wie es wühlend mit seinem Rüssel dasQuecksilber entdeckt, und so zwischen Mercur und Venusgetreten, und ist es nicht ohne besondere Tiefe hier zubetrachten, daß den Schweinen das Arsenik unschädlich sein soll.

Es ist besonders noch zu bemerken, daß die äußerlichenZeichen, selbst sowie sie hier folgen, keineswegs hinreichen,einen zum Philister zu machen, sondern es kommt durchausdarauf an, wie er mit denselben dem Leben gegenüber steht,so kann gerade einer mit allen entgegengesetzten Zeichen einPhilister sein, es kann einer aus Philisterei das Trefflichstevorgeben und vertheidigen, aber immer durchaus abschließendund absprechend; er vertheidigt es auch bloß, weil cs ihmgerade schwer im Magen liegt; denn kein Philister kann etwasverdauen; was er geistig zu sich nimmt, liegt in ihm wieBallast, und bindet man ihnen die Brocken an Fäden, so kannman sie wie Hühner damit zusammeuangeln. Wie mancheschöne Guirlande philistrischer Anhänger großer Dichter oderDenker, ist nur wie eine Heerde Enten an einen Fadeneingefädclt, woran ein Stückchen Speck gebunden, den einehinter der andern verschluckt, und der nächsten wieder hintenvon sich gibt; und wäre eine solche unendliche Entlichkeit eineschöne Arabeske zur Verzierung mancher Propyläen. Ach, wer